Deutsche Börse besiegelt Milliardendeal im Fondsgeschäft
Der Handelsplatzbetreiber baut seine Position im europäischen Asset Management aus. Die Deutsche Börse einigt sich mit der Fondsplattform Allfunds auf eine Übernahme im Milliardenwert. Damit kommen die Frankfurter nach langem Werben endlich zum Zug.
Die Deutsche Börse übernimmt die britisch-spanische Fondsplattform Allfunds für rund 5,3 Milliarden Euro. Beide Seiten hätten eine verbindliche Kaufvereinbarung getroffen, dies teilte der Handelsplatzbetreiber am Mittwochabend (21.1.) mit. Demnach bieten die Frankfurter 8,80 Euro je Allfunds-Aktie. Der Betrag setzt sich aus sechs Euro in bar, Aktien der Deutschen Börse sowie einer Bardividende zusammen. Die Einigung hatte sich zuletzt abgezeichnet.
Die Deutsche Börse hatte im November 2025 bekannt gegeben, dass sie ein unverbindliches Angebot in Höhe von rund 8,80 Euro pro Aktie für Allfunds abgegeben und exklusive Gespräche mit dem Vorstand des Zielunternehmens aufgenommen habe. Allfunds bietet Software-Systeme, mit denen Vertriebe Investmentfonds über eine zentralisierte Plattform prüfen und handeln können. Fondsgesellschaften wiederum erhalten Reporting-Tools über Mittelflüsse. Die Deutsche Börse ist über die Clearstream Fund Services im Fondsgeschäft aktiv.
"Europäischer Champion"
"Die Akquisition ist der nächste Schritt in der Entwicklung der Deutsche Börse Group als europäischer Champion für kritische Finanzmarkt-Infrastruktur", kommentiert Deutsche-Börse-Chef Stephan Leithner den Deal. "Wir sind davon überzeugt, dass die Kombination der technischen Expertise und dem Unternehmergeist von Allfunds mit der Größe und den Fähigkeiten von Clearstream Fund Services als Teil der Deutsche Börse Group ein führendes Unternehmen in dieser Branche schaffen wird."
Das Management und Großaktionäre von Allfunds würden dem Deal zustimmen, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman und das französische Finanzinstitut BNP Paribas halten zusammen einen Anteil von 49 Prozent an Allfunds. Die Deutsche Börse hatte der Nachrichtenagentur "Bloomberg" zufolge bereits 2020 ein Angebot für Allfunds in Betracht gezogen. Die Eigner brachten den Dienstleister dann jedoch an die Börse. Ein Kaufangebot von Euronext im Jahr 2023 scheiterte.
Millionen-Synergien
Der Handelsplatzbetreiber rechnet mit jährlichen Kostensynergien vor Steuern in Höhe von 60 Millionen Euro. Zusätzlich erwartet die Deutsche Börse jährliche laufende Einsparungen bei den Investitionsausgaben in Höhe von etwa 30 Millionen Euro. "Diese Synergien werden in erster Linie durch die Umstellung auf ein gemeinsames Betriebsmodell für alle Kerndienstleistungen und eine optimierte Regulierungs- und IT-Struktur sowie Vereinfachungen zentraler Funktionen erzielt", heißt es in der Mitteilung. (ert)














