Deutsche Finanzbranche tritt 2026 bei Einstellungen auf Bremse
Trotz wachsender Konjunkturhoffnungen agieren Banken und Finanzdienstleister bei Neueinstellungen vorsichtig. Eine exklusive Umfrage zeigt, welche Qualifikationen gefragt sind – und warum viele Institute noch abwarten.
Banken und Finanzdienstleister in Deutschland gehen zögerlicher ins neue Jahr, wenn es um die Einstellung von Mitarbeitern geht. Das legt eine Branchenbefragung des Personalberaters Robert Half nahe, die "Bloomberg News" exklusiv vorliegt. Dabei dürfte die deutsche Wirtschaft nach Meinung von vielen Experten im kommenden Jahr wieder anspringen.
Der Erhebung zufolge erklärten 59 Prozent der Banken und Finanzdienstleister, dass sie im ersten Halbjahr 2026 Festanstellungen für neue Positionen planen. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als rund sechs Monate zuvor, als es um die Absichten für das zweite Halbjahr 2025 ging. Auch die Befragungswerte für projektbasierte Anstellungen sind rückläufig.
Unternehmen warten auf reales Wachstum
"Trotz der positiven Vorzeichen sind die Unternehmen hinsichtlich ihrer Personalstrategien eher defensiv. Sie warten darauf, dass das prognostizierte Wachstum wirklich im Markt ankommt", erklärte Sven Hennige, Senior Managing Director Zentral- und Südeuropa bei Robert Half, gegenüber der Nachrichtenagentur "Bloomberg".
Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds von Ende November dürfte die deutsche Wirtschaft um ein Prozent im kommenden Jahr und um 1,5 Prozent im Jahr 2027 wachsen, nachdem sie zuletzt stagnierte. Die Organisation verwies unter anderem auf höhere öffentliche Investitionen.
Trend zu vielseitig einsetzbaren Fachkräften
Der Befragung von Robert Half zufolge sucht die deutsche Finanzbranche unter anderem gezielt nach Mitarbeitern in den Bereichen Informationssicherheit, Risikomanagement sowie Personal.
Ein sich abzeichnender Trend ist laut Hennige, dass viele Häuser nach Experten mit diversen Fähigkeiten Ausschau halten. "Das bedeutet neben entsprechendem Expertenwissen in einem bestimmten Bereich auch Fähigkeiten, die sie polyvalenter einsetzbar machen", erklärte er.
KI-Know-how treibt Gehälter
Die drei wichtigsten Fähigkeiten, die zu höheren Gehältern führen, sind der Befragung zufolge der Umgang mit generativer künstlicher Intelligenz, Analyse- und Researchwissen sowie Mehrsprachigkeit.
Für die sogenannte "Hiring Intentions Survey" wurden 100 Führungskräfte aus der Banken- und Finanzdienstleistungsbranche in Deutschland befragt. Ziel war es, Einblicke in deren wirtschaftliche Erwartungen, geplante Neueinstellungen sowie in gesuchte Qualifikationen und Kompetenzprofile für das erste Halbjahr des kommenden Jahres zu gewinnen. (mb/Bloomberg)
















