Der milliardenschwere deutsche Atomfonds hat 2021 eine Rendite von mehr als zehn Prozent erwirtschaftet, erwartet aber ein schwieriges Jahr 2022. Darüber berichten diverse Medien, die sich auf eine Meldung der Nachrichtenagentur "Reuters" beziehen. Die Zusammensetzung des Portfolios sei auch strategisch auf schwierigere Zeiten ausgerichtet worden, sagte Fondschefin Anja Mikus der Agentur zufolge am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz des Staatsfonds. Die Krisenfestigkeit des "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung" (Kenfo) sei gestärkt worden.

Es sei zu hoffen, dass der Kenfo dieses Jahr zumindest ein leichtes Plus erzielen werde, so Mikus. Im vergangenen Jahr warfen die Finanzanlagen 10,4 Prozent ab, das Gesamtvermögen stieg damit auf 25,5 Milliarden Euro. Im Schnitt hat der Fonds seit seinem Start 2017 jedes Jahr den Wert seiner Anlagen um 8,6 Prozent gesteigert. Die langfristige Zielrendite liegt bei um die vier Prozent.

Mit 24 Milliarden Euro gestartet
Der Kenfo war mit gut 24 Milliarden Euro an den Start gegangen. Aufgrund der großen Summe konnte das Geld nicht auf einen Schlag, sondern nur über mehrere Jahre an den Finanzmärkten investiert werden. Daher bekam der Fonds auch die Strafzinsen für Einlagen zu spüren.

Das Geld stammt aus Zahlungen der Atomkraftbetreiber, die sich damit von den langfristigen Entsorgungslasten und Endlagerkosten für den Müll freikauften. Diese werden nun aus dem Fondsvermögen gezahlt, das Mikus und ihr Team managen. Rund 2,4 Milliarden wurden dafür bereits ausgezahlt. (am)