Die Vorwürfe wiegen schwer: Über Jahre hinweg sollen Devisenhändler von 15 internationalen Großbanken sich über Chatgruppen zu anstehenden Geschäften ausgetauscht haben, um anschließend auf steigende Kurse zu wetten. Etliche Male haben sich Aufsichtsbehörden und Gerichte bereits mit diesem Fall beschäftigt, alles in allem mussten die beschuldigten Banken bislang weit mehr als zehn Milliarden Euro an Strafen und Bußgeldern zahlen. Nun aber könnte es für die betreffenden Institute noch teurer werden: Die US-Richterin Lorna Schofield ließ am Donnerstag (28. Mai) in Manhattan die Megaklage von 1.300 Vermögensverwaltern zu, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Zu den Klägern zählen laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) auch prominente Platzhirsche wie Blackrock und Allianz Global Investors.

Schofield erklärte, dass sie den Vorwurf für plausibel halte, dass die Banken zwischen 2003 und 2013 an Referenzkursen geschraubt hätten, um auf Kosten der Investoren Gewinne zu machen. Sie schränkte die Klage allerdings in einigen Teilen an und ließ einige der Sammelkläger nicht zu. Für die Kläger soll die Order durch die Manipulationen teurer ausgefallen sein als nötig. Die Preisaufschläge wollen sie sich nun zurückholen.

Who's Who der Finanzwelt steht vor Gericht
Neben der Deutschen Bank beschuldigen die Kläger unter anderem auch die Bank of America, Barclays, BNP Paribas, Citigroup und die Credit Suisse. Die Kanzlei Quinn Emanuel hatte die Klage ursprünglich im November 2019 eingereicht. Die Vermögensverwalter waren damals aus einer ähnlichen Sammelklage ausgestiegen, die in einem 2,3 Milliarden US-Dollar schweren Vergleich mit den meisten Banken endete. Der Nachrichtenagentur zufolge hoffen die Investoren nun, mit der erneuten Klage mehr Geld herauszuschlagen. (fp)