Die DKB hat erst Ende 2020 Negativzinsen in Höhe von 0,5 Prozent für neue Kunden eingeführt – ab einem Freibetrag von 100.000 Euro. Die Direktbanktochter der Bayerischen Landesbank hat diese Grenze nun massiv abgesenkt: Ab dem 1. September erhebt sie für neu eröffnete Konten bereits ab 50.000 Euro das Verwahrentgelt von 0,5 Prozent. Das berichtet der Branchendienst "Finanz-Szene.de" unter Berufung auf ihm vorliegende Kundenschreiben. Man passe sich mit dem Schritt "den marktüblichen Entwicklungen an", zitiert "Finanz-Szene.de" aus dem Schreiben.

Zudem belasse es das Institut nicht dabei, die Negativzinsen von Neukunden zu erheben, schreibt der Branchendienst. Einige Bestandskunden würden ebenfalls Post erhalten. Der Inhalt: Sie sollten einem Verwahrentgelt zustimmen, auch wenn für vor Dezember 2020 eröffnete Konten bislang ein Bestandsschutz gegolten habe. Auch dieses Schreiben liegt dem Branchendienst vor. Diesem zufolge sollen Kunden folgende Erklärung absegnen: "Hiermit nehme ich das Angebot der 'Vereinbarung über Verwahrentgelte für Guthaben' an und bestätige, dass mir die 'vorvertraglichen Informationen nebst Widerrufsbelehrung', die 'Sonderbedingungen für Verwahrentgelte bei Guthaben' sowie eine Ausfertigung der 'Vereinbarung über Verwahrentgelte für Guthaben' per Brief vor Vertragsschluss zur Verfügung gestellt wurden." Damit soll dem bekannten Urteil des Bundesgerichtshofes zur Einholung der Zustimmung von Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen Genüge getan werden (FONDS professionell ONLINE berichtete ausführlich).

Schwelle sinkt immer tiefer
Die DKB ist nicht die einzige Bank, die die Freibeträge für die Strafzinsen rasch senkte. Die ING führte im Februar Verwahrentgelte ab 100.000 Euro ein. Im Juni kam die Nachricht, dass für ab dem 1. November eröffnete Konto nur ein Freibetrag von 50.000 Euro gelten werde. Zudem werde sie auch Bestandskunden zur Kasse bitten. Das Institut plane, ab Juli schrittweise Kontoinhaber anzuschreiben, die die Freigrenze überschreiten. Diese will das Haus bitten, "der Einführung des Verwahrentgelts zuzustimmen", heißt es in einer Mitteilung des Hauses. (jb)