Die Online-Bank DKB hat ehrgeizige Pläne. Bis 2024 will sie die Zahl ihrer Kunden von jetzt 4,6 Millionen auf acht Millionen erhöhen – und das zu einer Zeit, in der viele Wettbewerber unter hohen Einlagen leiden und wohl am liebsten weniger Kundschaft betreuen würden. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) gibt sich DKB-Vorstandsmitglied Tilo Hacke gelassen. "Neue Kunden sind uns selbstverständlich nicht lästig, sondern willkommen." Dennoch habe sein Haus nicht vor, der "Einlagenstaubsauger" der Republik zu werden. 

Minuszinsen auf Spareinlagen will das Geldhaus zwar weiterhin erst ab 100.000 Euro erheben. Eine Änderung schließt Hacke allerdings nicht aus. "Die Europäische Zentralbank lässt uns keine Wahl, als Negativzinsen zu erheben, und es sieht alles danach aus, als würde sie ihre lockere Geldpolitik auch in Zukunft fortführen", sagt er der FAS. Kunden könnten aber sicher sein: Die DKB werde als Bank "nie die Erste sein, die Negativzinsen verschärft, sondern immer erst so spät nachziehen wie möglich."

Mit Kunden ins Geschäft kommen
In den vergangenen Jahren habe der strategische Wert einer Kundeneinlage abgenommen, erklärt der Bankvorstand. Trotzdem bleiben Einlagen für die DKB weiterhin von großer Bedeutung, weil sie für einen stabilen Cashflow sorgen. Gleichzeitig stimme aber auch, dass die Spareinlagen seit Corona noch einmal einen sehr steilen Anstieg genommen haben, weil Verbraucher kaum noch Möglichkeiten haben, ihr Geld auszugeben. "Insofern ist es natürlich wünschenswert, dass wir tiefer mit den Kunden ins Geschäft kommen", sagt Hacke. 

Am liebsten wäre Hacke, wenn Kunden einen Sparplan abschließen und jeden Monat mit einer kleinen Summe beispielsweise in ETFs investieren. "Auf diese Weise stetig zu sparen mag zwar langweilig sein, ist aber gut für die Kunden und gut für die DKB", sagte der Vorstand der FAS. Denn es binde sie dauerhaft an das Haus." (fp)