Kurz vor der Branchenveranstaltung Expo Real lancierte Domicil Real Estate, der Münchner Anbieter von Immobilieninvestments und Immobiliendienstleistungen, seine Börsenpläne. Vorgesehen war, durch den Gang aufs Parkett des Frankfurter Prime Standard 150 Millionen Euro zu erlösen. Dafür wurde im August dieses Jahres die Domicil Real Estate von einer GmbH in eine AG umgewandelt. Mit Eckhard Schultz wurde ein einschlägiger Experte verpflichtet. Derzeit ist er noch Finanzvorstand der ebenfalls auf Wohnimmobilien fokussierten LEG, die er 2013 an die Börse brachte. Allerdings kann Schultz seinen neuen Posten bei Domicil erst zum Jahreswechsel antreten.

Jetzt, eine Woche nach der Expo, ist das Unternehmen zu einer Neueinschätzung der Lage gekommen. Es teilt mit, "aufgrund der aktuell schwierigen Marktlage" würden die Börsenpläne verschoben. "Wir haben von Investoren ein hohes Interesse und sehr positives Feedback zu unserem Geschäftsmodell erhalten. Vor dem Hintergrund des aktuellen Börsenumfelds haben wir uns jedoch dazu entschieden, den geplanten Börsengang auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen."

Dax auf Jahreshoch
Der Verweis auf die "schwierige Marktlage" ist zumindest überraschend, schließlich notiert der Dax aktuell höher als in den Tagen vor der Expo Real – die Anlegerstimmung hellte sich zuletzt wieder deutlich auf. Am Donnerstagmorgen notierte der deutsche Leitindex auf dem höchsten Stand seit Jahresbeginn. (tw)