Das Bankhaus Donner & Reuschel übernimmt von der Privatbank Berenberg deren Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern. Dies teilten die beiden Hamburger Institute mit. Über die Verkaufsabsichten kursierten bereits Meldungen. Demnach gab es mehrere Interessenten. Als aussichtsreichster Käufer war die Privatbank Hauck & Aufhäuser genannt worden. Nun kam aber Donner & Reuschel zum Zug. Das Institut gehört dem Versicherer Signal Iduna. Den Kaufpreis wollen die Parteien nicht verraten.

Berenberg bündelt in dem Bereich das Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern und betreut 160 Anbieter. Die Privatbank führt für die Kunden der Vermögensverwalter Konten und Depots und wickelt die Handelsaufträge ab. Zudem dient die Einheit als Verwahrstelle für Fonds, die die Vermögensverwalter initiieren. In der Vergangenheit haben sich viele unabhängige Vermögensverwalter für Berenberg als Service-Partner entschieden.

Fokus aufs Kerngeschäft
"Wir wollen das Wachstum in unseren Kerngeschäftsfeldern Wealth and Asset Management, Investmentbank und Corporate Banking weiter forcieren und regulatorische Komplexität reduzieren", erläutert Hans-Walter Peters, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Berenberg, den Schritt. "Daher haben wir uns in letzter Zeit von Nicht-Kernaktivitäten getrennt. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen". Das Haus werde sich durch den Verkauf komplett vom Standort Luxemburg zurückziehen.

"Ideale Ergänzung"
Das Bankhaus Donner & Reuschel wiederum will mit dem Zukauf sein Geschäft in dem Feld ausbauen. Die übernommenen Einheiten ergänzten das bestehende Volumen von 16 Milliarden Euro im Verwahrstellengeschäft ideal, heißt es in der Mitteilung. Früheren Berichten zufolge betreut die Berenberg-Sparte ein Volumen von acht Milliarden Euro. "Unser Ziel ist, die neuen Kunden im vergrößerten Team exzellent zu unterstützen", lässt sich Marcus Vitt, Sprecher des Vorstandes von Donner & Reuschel, in der Mitteilung zitieren.

Vor gut einem Jahr hatte die Bernberg-Einheit einen herben Rückschlag einstecken müssen: Michael Gillessen, der diesen Bereich seit 2013 aufgebaut hatte, verließ das Institut. Im April dieses Jahres machte er sich gemeinsam mit Frank Eichelmann und Sven Hoppenhöft, die er einst zu Berenberg gelotst hatte, mit einem Beratungshaus selbstständig.(ert)