In Haßfurt hat ein Gericht einen Anlageberater zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er Kunden mit falschen Versprechungen in Verträge gelockt hat, die aus ihrer Sicht wirtschaftlicher Nonsens waren – allein, um die Provision zu kassieren. Insgesamt 4,6 Millionen Euro soll sich der Mann zusammen mit einem Komplizen ergaunert haben, berichtet die Tageszeitung "Mainpost".

Der zuständige Richter bezeichnete das Vorgehen laut der Zeitung als "hanebüchenen Unsinn" und "fernab jeder Realität". So versprach der Finanzberater unter anderem, Kunden würden bei Abschluss der Police nur die erste von 144 Monatsraten zahlen müssen, um am Ende über den vollen Versicherungsbetrag zu verfügen – und selbst diese erste Rate würde er ihnen erstatten.

Phantastische Renditen
In Wahrheit ging es dem Berater um die Provision des Versicherers für den erfolgreichen Abschluss. Von dieser zahlte er die erste Rate seiner Kunden und finanzierte seinen ausschweifenden Lebensstil. Als das Lügengebilde einzustürzen drohte, versprach er seinen Kunden, das Geld in Gold zu investieren und dabei phantastische Renditen zu erzielen.

Das Problem: Für die versprochenen zinsstarken Investitionen, mit denen er satte Gewinne machen sollte, blieb am Ende nichts übrig. Der Richter spricht von einem "Geschäft, bei dem sich jedem, der halbwegs klar denken kann, der Magen umdreht." Der Angeklagte selbst zeigte in der Verhandlung keine Reue. Er habe sich "nichts Böses dabei gedacht", zitiert ihn die Tageszeitung. Sein Komplize rang sich immerhin den Satz ab: "Heute weiß ich, dass ich Fehler gemacht habe." (fp)