Die Deutsche Wohnen muss wegen Verstoßes gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) eine Geldbuße in Höhe von 14,5 Millionen Euro zahlen. Das teilt die Berliner Datenschutzbehörde mit. Die Höhe des Bußgeldes basiert auf dem Jahresumsatz für 2018, der über eine Milliarde Euro betrug. Allerdings sei der Bußgeldbescheid noch nicht rechtskräftig.

Der Pressemitteilung zufolge hat die in Berlin ansässige Immobiliengesellschaft, die 165.500 Wohn- und 2.700 Gewerbeeinheiten betreibt, für die Speicherung personenbezogener Daten von Mietern ein Archivsystem verwendet, das keine Möglichkeit vorsah, nicht mehr erforderliche Daten zu entfernen. Das haben Prüfungen vor Ort im Juni 2017 und im März 2019 ergeben. Personenbezogene Daten seien gespeichert worden, ohne zu überprüfen, ob eine Speicherung zulässig oder überhaupt erforderlich ist. 

Alte Daten weiter vorhanden
​In Einzelfällen hätten daher teilweise Jahre alte private Angaben betroffener Mieter eingesehen werden können, ohne dass diese noch dem Zweck ihrer ursprünglichen Erhebung dienten. Dabei habe es sich etwa um Gehaltsbescheinigungen, Selbstauskunftsformulare, Auszüge aus Arbeits- und Ausbildungsverträgen, Steuer-, Sozial- und Krankenversicherungsdaten sowie Kontoauszüge gehandelt.

Die Gesellschaft ist nach 2017 der Aufforderung nicht nachgekommen, das Archivsystem umzustellen. "Zwar hatte das Unternehmen Vorbereitungen zur Beseitigung der aufgefundenen Missstände getroffen. Diese Maßnahmen hatten jedoch nicht zur Herstellung eines rechtmäßigen Zustands bei der Speicherung personenbezogener Daten geführt." Daher sei wegen eines Verstoßes gegen Artikel 25 Absatz 1 DSGVO sowie Artikel 5 DSGVO ein Bußgeld fällig gewesen.(jb)