Neue Bonusregeln bei der DWS: Die Komponente der Mitarbeiterprämien, die von den Unternehmensergebnissen abhängt, orientiert sich künftig nur noch an den geschäftlichen Geschicken der Deutsche-Bank-Fondstocher selbst – und nicht mehr an jenen des Mutterkonzerns. Dies geht aus einem Memo hervor, das Bloomberg News vorliegt und dessen Authentizität von einem Sprecher bestätigt wurde.

Die Deutsche Bank ist weiterhin mit rund 80 Prozent an der DWS beteiligt, die sie vor zwei Jahren an die Börse in Frankfurt brachte. Der von Konzernchef Asoka Wöhrmann geleitete Vermögensverwalter hat seitdem versucht, seine Unabhängigkeit hervorzuheben – unter anderem, indem das Wort "Deutsche" in einem Rebranding aus dem Firmennamen gestrichen wurde.

"Day Of Long Faces"
Wöhrmann informierte die Mitarbeiter über die Bonusänderung einen Tag, bevor die DWS und ihre Muttergesellschaft individuelle Bonuszahlungen für 2019 bekannt geben. Aufgrund der Enttäuschungen in den letzten Jahren wird dieser Tag laut Insidern traditionell als "DOLF" (Day Of Long Faces) bezeichnet.

Der DWS-Group-Bonuspool für 2019 könnte um bis zu zehn Prozent steigen, berichtete Bloomberg Anfang Februar. Im Vergleich dazu dürfte die variable Gesamtvergütung der Deutschen Bank um etwa 20 Prozent sinken, erklärten mit der Angelegenheit vertrauten Personen. (mb)