Die drei offenen Immobilienfonds der "Grundbesitz"-Familie der DWS haben Ende August erstmals ein Fondsvermögen von zusammen mehr als zehn Milliarden Euro erreicht. Damit ist das Volumen des Grundbesitz Europa, des Grundbesitz Global und des Grundbesitz Fokus Deutschland binnen eines Jahres um rund eine Milliarde Euro gestiegen, wie die Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank mitteilte.

Dieser Absatzerfolg ist Balsam auf die Seele des Vermögensverwalters, der seit Monaten unter hohen Mittelabflüssen leidet (FONDS professionell ONLINE berichtete). Aus Wertpapierpublikumsfonds der DWS zogen Anleger in den ersten acht Monaten dieses Jahres unter dem Strich 2,2 Milliarden Euro ab, geht aus Zahlen des Branchenverbandes BVI hervor. Die DWS-Aktie hat seit dem Börsengang im März mehr als ein Viertel an Wert verloren.

777 Millionen Euro Zuflüsse seit Jahresbeginn
Umso wichtiger ist für den Frankfurter Anbieter, dass zumindest das Geschäft mit den Immobilienfonds brummt. Den BVI-Zahlen zufolge sammelten die drei "Grundbesitz"-Portfolios von Januar bis August 777 Millionen Euro ein. Allein 680,7 Millionen Euro entfallen auf den Grundbesitz Europa. Dieser schon 1970 aufgelegte Fonds verwaltet inzwischen 6,7 Milliarden Euro.

Der im Jahr 2000 aufgelegte und 2,9 Milliarden Euro schwere Grundbesitz Global, der weltweit investiert, warb 96,6 Millionen Euro ein. Für den erst im November 2014 lancierten Grundbesitz Fokus Deutschland, der gut 420 Millionen Euro verwaltet, gibt die DWS vorübergehend keine neuen Anteilscheine aus, weil es schwierig ist, in Deutschland rentable Immobilieninvestments zu finden.

Union Investment und Deka sind drei Mal so groß
Trotz der jüngsten Absatzerfolge liegt die DWS im Segment der offenen Immobilienpublikumsfonds deutlich hinter den großen Wettbewerbern. Union Investment verwaltet mittlerweile 32,7 Milliarden Euro in entsprechenden Portfolios, die Deka 30,1 Milliarden. Das Wertpapierhaus der Sparkassen stellt mit dem 15,5 Milliarden Euro schweren Deka-Immobilien Europa auch den größten offenen Immobilienfonds. Ihm folgt der Hausinvest, der 13,7 Milliarden Euro verwaltet und von Commerz Real gemanagt wird. (bm)


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