Die Fondsgesellschaft DWS hat im vergangenen Jahr unter dem Strich 30,3 Milliarden Euro an Neugeld bei Anlegern eingesammelt. Das verwaltete Vermögen kletterte gegenüber dem Vorjahr auf 793 Milliarden Euro. Dies teilt die Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank mit. Die Erträge sanken um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, da sich 2019 verbuchte Performancegebühren nicht wiederholten. Die quartalsweise Entwicklung finden Sie in den Grafiken oben.

Dennoch kletterte der Reingewinn gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent auf 558 Millionen Euro. Ein Grund sind Einsparungen. Das Haus kappte die Kosten um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) verbesserte sich um drei Prozentpunkte auf 64,5 Prozent. Damit liegt das Haus mit seinen angepeilten Kosteneinsparungen besser im Plan als erwartet. Die Geschäftsführung will für 2020 den Anteilseignern einen Dividende von 1,81 je Aktie vorschlagen. 2019 waren es 1,67 Euro.

In Wachstum investieren
"Wir konnten die ambitionierten mittelfristigen Ziele, die wir uns für die erste Phase als börsennotiertes Unternehmen gesetzt hatten, erreichen", sagte Asoka Wöhrmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung der DWS, bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen. "Jetzt werden wir investieren, um unser Unternehmen so umzugestalten, dass es sich den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zeigt. Und wir werden investieren, um zu wachsen – in Geschäftsfelder, Regionen und Trends, in denen wir unserer Überzeugung nach zu Branchenführern werden können."

Als einen wichtigen Bereich nennt der Konzernmanager die Entwicklung einer Kernplattform samt IT für das Treuhandgeschäft der DWS. Wöhrmann betonte zudem, dass das Haus auch durch Übernahmen wachsen soll. Insbesondere in Asien sieht er Potenzial. Zudem will Wöhrmann die "starke Marktposition" im europäischen Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) ausbauen. Daneben ruft der DWS-Chef die nachhaltige Geldanlage als wichtiges Wachstumsfeld aus. Als neue, mittelfristige Finanzziele peilt Wöhrmann ein Aufwands-Ertrags-Verhältnis von 60 Prozent sowie Nettomittelzuflüsse von im Schnitt mehr als vier Prozent der verwalteten Vermögens pro Jahr an.

Erster Gewinn seit 2014
Die Konzernmutter Deutsche Bank wiederum konnte 2020 den ersten Jahresgewinn seit 2014 vermelden. Vor Steuern erzielte das Haus einen Überschuss von einer Milliarde Euro, nach Steuern stehen 624 Millionen Euro zu Buche. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Analysten erwartet hatten. Ausgerechnet im Corona-Krisenjahr schaffte das von Christian Sewing geführte Geldhaus die Trendwende. 2019 hatte Deutschalnds führende Geschäftsbank noch einen Verlust in Höhe von 5,3 Milliarden Euro aufgetürmt. (ert)