Die DWS plant, ihre digitale Fondsverwaltungsplattform IKS an die französische Beteiligungsgesellschaft Blackfin Capital Partners zu verkaufen. Das berichtet Bloomberg. Im Gespräch sei ein Preis von rund 300 Millionen Euro für eine Mehrheitsbeteiligung. Die Verhandlungen seien bereits fortgeschritten, so die Nachrichtenagentur unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die DWS selber lehnte auf Nachfrage von FONDS professionell eine Stellungnahme ab. 

Erste Berichte, dass die Fondstochter der Deutschen Bank Teile oder das gesamte IKS-Geschäft veräußern wolle, gab es im vergangenen Sommer. "Die Unternehmensstrategie wird im Rahmen der Konsolidierung in der Vermögensverwaltungsbranche kontinuierlich überprüft", zitierte Bloomberg damals einen Vertreter der DWS. "Im Rahmen dieser laufenden Bewertung werden wir strategische Optionen für unsere Fondsverwaltungs-Plattform abwägen." IKS betreut mehr als zwei Millionen Privatkunden mit einem verwalteten Vermögen von rund 115 Milliarden Euro.

Investitionen angekündigt
Blackfin Capital Partners ist eine auf Finanzdienstleister spezialisierte Private-Equity-Gesellschaft. In Deutschland ist das Unternehmen seit rund zwei Jahren aktiv. Im Frühjahr 2019 erwarb es den Finanzvertrieb Bonnfinanz. Eugen Bucher, Vorsitzender des Strategie-Kommitees der Allfinanz-Gruppe von Blackfin Capital und seit April Vorstandschef der Bonnfinanz, hatte in einem Interview mit FONDS professionell weitere Käufe angekündigt. "Der Fokus richtet sich auf mittelständische Finanzdienstleister. Dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf Allfinanz-Vertriebe wie die Bonnfinanz, sondern können uns auch vorstellen, Spartenanbieter wie etwa Baufinanzierungsberater sowie Service- und IT-Dienstleister zu erwerben", sagte er Ende Februar. (jb)