Die Fondsgesellschaft DWS regelt die Vergütung des Geschäftsführungsteams um Asoka Wöhrmann neu. Auf der Hauptversammlung der börsennotierten Deutsche-Bank-Tochter stimmten die Aktionäre einem Änderungsvorschlag des Aufsichtsrats zu, die variable Vergütung des Managements an langfristigen sowie nachhaltigen Zielen auszurichten.

Konkret soll der erfolgsabhängige Gehaltsteil zu 60 Prozent an die Erreichung langfristiger Ziele geknüpft werden. Kurzfristige Vorgaben sollen nur noch zu 40 Prozent eine Rolle spielen. Bislang war das Verhältnis genau umgekehrt. Zudem bündelt das Haus die individuellen Ziele der Mitglieder der Geschäftsführung allein bei den kurzfristigen Zielen. Die langfristigen Vorgaben wiederum bemessen sich fortan allein an Zielen des gesamten Hauses sowie der Mutter Deutsche Bank. Die letztgenannte Komponente lief bisher unter den kurzfristigen Vorgaben.

Nachhaltigkeit als Kernbestandteil
Als neues Element tritt zudem die Erfüllung von Vorgaben in punkto Nachhaltigkeit. Diese fließt künftig zu mindestens 20 Prozent in die Höhe der variablen Vergütung der Chefetage ein. "Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Umsetzung einer langfristigen Strategie der DWS sowie zu einer werteorientierten und nachhaltigen Unternehmensführung im Einklang mit Ihren Interessen als Aktionäre", sagt DWS-Aufsichtsratschef Karl von Rohr in seiner Eröffnungsrede zu der auch in diesem Jahr virtuell abgehaltenen Aktionärsversammlung.

Damit will das Haus die Bedeutung der von DWS-Chef Wöhrmann ausgegebene Nachhaltigkeitsstrategie betonen. Auf seiner ersten Hauptversammlung als Vorsitzender der Geschäftsführung im Jahr 2019 hatte Wöhrmann "Nachhaltigkeit zum Kernbestandteil unseres Handelns" ausgerufen. Seither hatte der einstige DWS-Chefstratege die Ausrichtung der Produktpalette sowie des Hauses selbst anhand von ESG-Kriterien vorangetrieben.

"Grüne Industrialisierung"
"Wir sind in einer Schlüsselposition, die Wirtschaft in der grünen Industrialisierung zu begleiten und sie auch zu leiten", erläutert Wöhrmann auf der aktuellen Hauptversammlung. "Daher haben wir uns in der Geschäftsführung auch dazu entschieden, das Thema ESG ab sofort bei mir direkt anzusiedeln, um alle ESG-Maßnahmen der DWS zusammenzuführen." (FONDS professionell ONLINE berichtete). Daneben verwies der DWS-Chef auf die gute Geschäftsentwicklung und die hohen Mittelzuflüsse des Hauses. Die Führung schlägt den Anteilseignern für 2020 eine Dividende in Höhe von 1,81 je Aktie vor, im Vorjahr waren es 1,67 Euro. Die Aktionäre stimmten der vorgeschlagenen Ausschüttung zu. (ert)