Die DWS und Goldman Sachs Asset Management haben einem "Handelsblatt"-Bericht zufolge verbindliche Angebote für den Kauf des Mitbewerbers NN Investment Partners (NNIP) abgegeben. Die Wirtschaftszeitung beruft sich dabei auf "informierte Kreise". Die Unternehmen selbst wollten sich nicht äußern. Auch die britische "Financial Times" berichtete von diesen beiden Asset Managern als Kaufinteressenten.

Der Versicherer NN Group hatte im April bekanntgegeben, einen Verkauf seiner Fondssparte zu prüfen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Auch eine Fusion mit einem anderen Asset Manager stünde zur Diskussion, so der Finanzdienstleister aus Den Haag. NNIP verwaltet rund 300 Milliarden Euro. Der Kaufpreis wird Medienberichten zufolge auf etwa 1,4 Milliarden Euro beziffert.

Konsolidierung schreitet voran
Im Juni war bekannt geworden, dass die DWS Interesse an NNIP hat. Dies mündete nun offensichtlich in einem konkreten Angebot. Die Frist dafür sei am Montag abgelaufen, berichtet das "Handelsblatt". Dem Artikel zufolge hatten auch die Schweizer UBS und die US-Finanzunternehmen Prudential und Nuveen die Bücher geprüft, sich schließlich aber gegen eine verbindliche Offerte entschieden.

DWS-Chef Asoka Wöhrmann hatte immer wieder erwähnt, auch durch Übernahmen wachsen zu wollen und nach entsprechenden Kaufzielen Ausschau zu halten. Zuletzt war es in der Branche verstärkt zu Fusionen und Übernahmen gekommen. So übernimmt der französische Fondsriese Amundi den Mitbewerber Lyxor. Die Großbank Morgan Stanley verleibt sich den US-Asset-Manager Eaton Vance ein und die Muttergesellschaft von Columbia Threadneedle, Ameriprise Financial, kauft der kanadischen Bankgruppe BMO deren europäische Asset-Management-Einheit ab. (bm/ert)