DZ-Bank-Vorstand: KI ist kein automatischer Jobkiller
Die DZ Bank rechnet durch künstliche Intelligenz derzeit nicht mit einem massiven Stellenabbau. Sie stellt weiterhin Nachwuchskräfte ein, schult ihre Belegschaft und fragt auch im Bewerbungsgespräch nach KI-Kenntnissen.
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) führt nicht automatisch zum Abbau von Jobs. Das hat Johannes Koch, im Vorstand der DZ Bank unter anderem für Personal verantwortlich, in einem Interview mit "Bloomberg" deutlich gemacht.
Seine Äußerungen erfolgen zu einer Zeit, in der sich viele Beschäftigte der Branche fragen, was KI letztlich für ihre Arbeitsplätze bedeuten könnte. "Es gibt keinen Automatismus, dass Effizienzgewinne durch KI automatisch zum Abbau von Stellen führen", sagte Koch. "Ich sehe aktuell keinen massiven Stellenabbau durch den Einsatz von KI – weder bei uns noch in der Bankenbranche allgemein."
Sorge um jeden vierten Arbeitsplatz
Der Deutsche Bankangestellten-Verband hatte im Frühjahr erklärt, dass künstliche Intelligenz bis zu jeden vierten Arbeitsplatz bei Banken kosten könnte, wenn auch eher auf längere Sicht.
Zudem gibt es Befürchtungen, dass gerade Einstiegsposten wegfallen werden, da KI in der Lage ist, einfache Aufgaben zu übernehmen. Koch betonte vor diesem Hintergrund, dass die DZ Bank "die Einstellungen von Nachwuchskräften trotz KI nicht zurückgefahren" habe.
DZ Bank investiert in KI-Schulungen
Er bezeichnete KI zugleich als einen Gamechanger. Die neue Technologie schaffe Freiräume, die genutzt werden müssten, um als Bank effizienter zu wachsen. "KI in die Breite unserer Bank zu tragen, ist entscheidend für unseren Erfolg. Deshalb investieren wir massiv in die Befähigung unserer Mitarbeiter", sagte Koch. Ein KI-Grundverständnis müsse inzwischen jeder haben. Dafür gebe es eine Pflichtschulung. Darüber hinaus habe die DZ Bank verschiedene Formate wie KI-Bootcamps, um tiefer in das Thema einzusteigen.
Koch empfahl Beschäftigten, sich auf die Technologie einzulassen. "Generative KI kann schnell Dinge übernehmen, die einen selbst stark gemacht haben. Persönliche Erfolge werden also von der KI herausgefordert. Das kann man als Motivation sehen, besser zu werden, oder als Bedrohung", sagte Koch. "Ich rate dazu, es als Motivation zu sehen."
KI-Frage im Bewerbungsgespräch
Auch von Bewerbern erwartet die DZ Bank Koch zufolge heutzutage ein gewisses Grundverständnis von KI. "Bereits seit längerem bauen wir eine offene Frage zu KI in Bewerbungsgesprächen ein", verriet er. Die meisten Kandidaten würden das erwartete Verständnis auch mitbringen. Denn für viele gehöre KI auch im privaten Alltag zur Selbstverständlichkeit.
KI habe zudem ein Stück weit den Effekt, dass heute in einigen Bereichen mehr Bewerbungen eingingen, weil diese sich mit der Technologie schneller erstellen ließen. Die Unterlagen seien zudem "vom Look und Feel" her besser geworden, wohl auch dank KI. "Damit werden schriftliche Bewerbungen aber auch austauschbarer", erklärte Koch weiter. "Das persönliche Bewerbungsgespräch hat damit eine noch größere Bedeutung als früher." (mb/Bloomberg)













