In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August wird es ernst: An diesem Wochenende wird die European Bank for Financial Services (Ebase) das Wertpapiergeschäft der Augsburger Aktienbank (AAB) auf ihre Plattform migrieren. Ab Montag, 2. August, sollen alle Funktionen bereitstehen – dann ist die Mitte 2020 erfolgte Übernahme dieses Bereiches der AAB durch den Mitbewerber abgeschlossen. Daraus ergeben sich Änderungen für die Endkunden, aber auch für Berater, die mit der AAB als Depotbank zusammenarbeiten. Die Neuerungen hat das in Augsburg ansässige Institut in einem Frage-Antwort-Katalog zusammengefasst, der FONDS professionell ONLINE vorliegt.

Die Ebase bietet allen AAB-Vermittlern an, zur Ebase wechseln. Hierfür muss ein neuer Kooperationsvertrag geschlossen werden. Wechselwillige Vertriebler bekommen eine neue Vermittlernummer. Das Portal, das sie dann nutzen müssen, ist das "eoP", was für "ebase online Partner" steht. Die Zugangsdaten sollen bis spätestens Mitte Juli 2021 zugestellt werden.

Ausgestaltung von Servicegebühren noch offen
Zur künftigen Ausgestaltung der Provisionen für die Vermittler schreibt die AAB nichts. Es wird im Zusammenhang mit einem neuen Vertrag lediglich darauf verwiesen, dass sich die Berater mit ihrer Vertriebszentrale in Verbindung setzen sollen. Die Bank schreibt ferner in Bezug auf die Höhe der Servicegebühren: "Bestehende Servicegebührenvereinbarungen sollen übernommen werden. Die genaue Ausgestaltung der Gebühren ist noch offen."

Die Vollmachten der AAB-Vermittler für Kunden bleiben bis Ende Juli bestehen. Danach wird folgendermaßen umgestellt: Eine Informationsvollmacht der AAB wird bei der Ebase künftig eine "Sichtvollmacht" sein. Eine "Botenmacht" bleibt eine solche. Eine "Auftragsvollmacht (Altbestände)" wird bei der Ebase zur "Vermittler-Transaktionsvollmacht (VTV)", eine "Individuelle Vermögensverwaltungsvollmacht (IVV)" und eine "IVV plus" eine "Vermögensverwaltervollmacht".

Neue Depot- und Kontotypen
Für die Kunden sind die Änderungen zahlreicher. Auf sie kommen unter anderem neue Konten zu. Die Ebase bietet ab dem 2. August das Augsburger Investmentdepot für außerbörslich gehandelte Wertpapiere wie Fonds und ETFs sowie das Augsburger Wertpapierdepot, über das börslich gehandelte Papiere wie Aktien und Anleihen laufen. AAB-Kunden mit beiden Arten von Wertpapieren erhalten daher beide Konten – plus "Augsburger Konto flex" als Verrechnungskonto.

Der Frage-Antwort-Katalog enthält folgendes Beispiel: Hat der Kunde aktuell zum Beispiel zwei Augsburger Service-Konten (ASK) inklusive Wertpapierdepot (jeweils mit börsennotierten Papieren), dann erhält er bei der Ebase zwei Augsburger Investmentdepots, zwei Augsburger Wertpapierdepots und zwei Augsburger Konto flex.

An den Gebühren ändert sich offenbar nichts, wie ein Blick auf die aktuellen Konditionen zeigt. Die Änderungen bei den Depots wirken sich auch auf die bereits erwähnten Vermittlervollmachten aus: Eine "Botenmacht" gilt nämlich nur noch für das Augsburger Investmentdepot. Die bisherigen Regeln für Negativzinsen bleiben bestehen. (jb)