Die DZ-Bank-Tochter Reisebank hat im ersten Quartal mit dem Handel von Edelmetallen einen so hohen Umsatz erzielt wie noch nie in einem Drei-Monats-Zeitraum. Das dürfte unter anderem an hohen Goldpreisen liegen, aber auch an einer starken Nachfrage.

Unterm Strich belief sich der Umsatz mit Edelmetallen im ersten Quartal auf rund 1,15 Milliarden Euro, wie "Bloomberg" exklusiv von der Reisebank erfahren hat. Das entspricht einem Plus von über 70 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten 2025.

Ankaufsüberhang trotz hoher Nachfrage
Interessant ist dabei die Struktur des Umsatzes: Trotz starker Kaufnachfrage von Seiten der Kunden verzeichnete die Reisebank im ersten Quartal einen sogenannten Ankaufsüberhang – das heißt, dass der Wert der Ankäufe den der Verkäufe überstieg.

Viele Anleger nutzten "das Allzeithoch des Goldpreises zur Gewinnmitnahme oder reagierten defensiv auf vorangegangene Kursrückgänge", sagte Tilmann Gerhards, Vertriebsvorstand der Reisebank. Besonders habe sich das zu Beginn des Jahres gezeigt, als der Goldpreis einen Höchststand erreichte. "Auf der Verkaufsseite ist gleichzeitig zu beobachten, dass Anleger weiter investiert bleiben möchten – sei es zur direkten Partizipation an der Goldpreisentwicklung oder aufgrund der klassischen Safe-Haven-Funktion."

Auch Silber stark gefragt
Auch die BayernLB hatte vor Kurzem von einem starken Goldhandel berichtet. Das erste Quartal 2026 sei exorbitant besser gelaufen als das erste Quartal 2025. Die Landesbank begründete dies unter anderem mit der Krise im Nahen Osten und daraus entstandenen Unsicherheiten.

Neben Gold entwickelte sich bei der Reisebank im ersten Quartal auch die Nachfrage nach Silber stark. Das Metall profitierte von seinem niedrigeren Preisniveau im Vergleich zu Gold, hieß es. Dies ermögliche Anlegern einen niedrigschwelligen Einstieg. Darüber hinaus "gewinnt die industrielle Bedeutung von Silber stärker an Aufmerksamkeit", sagte Torsten Krieger, Chef der Reisebank. Das mache das Metall auch jenseits klassischer Absicherungsstrategien interessant.

Die Reisebank ist der Edelmetallspezialist innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Ein großer Teil des Goldes, das Kunden bei ihrer Hausbank ordern, stammt von der Reisebank, die dabei als institutioneller Händler agiert und die Partnerbanken mit dem Edelmetall versorgt. (mb/Bloomberg)