Die laufenden Ermittlungen zu den "Panama-Papers" nehmen richtig Fahrt auf. Steuerfahnder und Kriminalbeamte haben am Mittwoch (15. Mai) insgesamt elf Banken, sechs Vermögensverwalter und mehrere Steuerkanzleien durchsucht, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet. Die Beamten haben nach Beweisen für Steuerhinterziehung gesucht. Der Verdacht richtet sich laut Angaben der Behörde außerdem auch auf acht vermögende Privatpersonen aus Bad Tölz, Erkrath, Hamburg, Konz, Simmerath und Sylt.

Derzeit prüfen die Ermittler unter anderem Geldwäschevorwürfe gegen eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. Die Beamten hatten die Frankfurter Zentrale bereits im Jahr 2018 durchsucht, da zwei Bankmitarbeiter Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben sollen. Ein Sprecher beteuerte gegenüber der FAZ auch am Mittwoch, dass die Staatsanwaltschaft gegen Privatpersonen und nicht gegen die Deutsche Bank ermittle.

Bereits 150 Steuerstrafverfahren eingeleitet
Eine Gruppe internationaler Journalisten deckte gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2016 auf, wie Unternehmer und Vermögende Steuergelder mittels Briefkastenfirmen in Steueroasen hinterzogen. An dem Betrug waren auch deutsche Bankhäuser beteiligt. Bisher wurden in rund 150 Fällen Steuerstrafverfahren eingeleitet. Um zukünftig schneller große Datenmengen wie die "Panama Papers" auszuwerten, will Hessen nun eine Forschungsstelle für Künstliche Intelligenz (KI) einrichten. (fp)