Sparer, die ihr Geld auf dem Konto bunkern, müssen die Verzinsung mit dem Mikroskop suchen. Zum fünften Mal in diesem Jahr hat das Fachportal Tagesgeldvergleich.net die Zinsen für Sparbücher und Tagesgeld der hundert wichtigsten deutschen Banken miteinander vergleichen. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Laut der neuesten Untersuchung lag der durchschnittliche Zins fürs Tagesgeld 2019 bei 0,03 Prozent. Beim Sparbuch sieht es noch weitaus magerer aus. Hier erhalten Sparer durchschnittlich gerade mal 0,02 Prozent Zinsen. Zum Vergleich: 2014 lag der Durchschnittszins des Tagesgelds noch bei 0,34 Prozent, und für Sparbücher gab es im Schnitt 0,28 Prozent Zinsen. Damit sackte die Verzinsung beim Tagesgeld in fünf Jahren um 91 Prozent abwärts. Bei Sparbüchern liegt das Minus bei 93 Prozent.

Lediglich elf Banken gewähren beim Tagesgeld aktuell noch Zinssätze von über 0,01 Prozent. Neun Anbieter kratzen mit einer Verzinsung von drei Nachkommastellen an der Nulllinie. "Es mutet aus Sicht der Kunden bisweilen zynisch an, wenn eine Sparkasse bei einem Zinssatz von 0,001 Prozent mit einer 'schönen Ergänzung zu Ihrem Girokonto' wirbt", sagt Daniel Franke, Betreiber des Fachportals. Bei Sparbüchern gibt es elf Banken, die im Bereich von 0,001 Prozent unterwegs sind.

EZB treibt Zinsflaute voran
Je größer die Bank, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie ein solides Zinsangebot bietet. In den vergangenen Jahren sind die Zinssätze der Top-100-Banken immer weiter bis fast auf null gesunken. "Aufgrund der aktuellen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) sind diese Nullzinsen praktisch festzementiert", sagt Franke. Wer bessere Zinssätze sucht, müsse sich jenseits der deutschen Grenzen umsehen. (fp)