Nach der Sberbank und der VTB Bank ist infolge der Sanktionen aufgrund des Ukrainekrieges nun ein weiteres Kreditinstitut mit Verbindungen nach Russland in Schwierigkeiten geraten: Am Freitag (22.4.) hat ein niederländisches Gericht die Amsterdam Trade Bank (ATB), die seit Januar auch unter der Marke Fibr auftritt, für insolvent erklärt. Dies berichten diverse Medien, darunter das "Handelsblatt". Die niederländische Notenbank habe daraufhin den Entschädigungsfall für die Kunden des Instituts ausgerufen. 

Die Pleite der ATB trifft dem "Handelsblatt" zufolge auch deutsche Sparer. Von den rund 23.000 privaten Kontoinhabern stammten fast 6.000 Kunden aus Deutschland, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Informationen der niederländischen Notenbank. Bis zu einer Summe von 100.000 Euro greife für alle Kunden der niederländische Einlagensicherungsschutz. Wer vorübergehend Geld für den Kauf oder Verkauf einer Immobilie auf seinem Konto geparkt hat, sei sogar bis zu einem Betrag von 500.000 Euro abgesichert. Die niederländische Notenbank habe die durch den Einlagenschutz abgedeckte Summe für alle ATB-Kunden auf 700 Millionen Euro beziffert, so das "Handelsblatt".

Operationelle Schwierigkeiten
Die ATB sei nach eigenen Angaben von britischen und amerikanischen Sanktionen betroffen. Diese hätten "operationelle Schwierigkeiten" verursacht, weil die meisten Geschäftspartner wie Korrespondenzbanken und Infrastrukturanbieter es "schwierig" fänden, die Bank weiter zu unterstützen. Das Geldhaus ist seit 1994 in den Niederlanden tätig. Es gehört mehrheitlich der Alfa Bank, der größten Privatbank Russlands. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse setzten die USA das Institut am 6. April auf ihre Sanktionslisten.

Seit dem Einmarsch der russischen Truppen in der Ukraine sind bereits andere Banken mit Wurzeln in Russland ins Schlingern geraten. Im März schloss die Europäische Zentralbank (EZB) die in Österreich angesiedelte Europa-Tochter der Sberbank. Die europäische Tochter der VTB Bank, die ihren Sitz in Deutschland hat, darf kein Neugeschäft mehr machen. Eine Insolvenz hat die Finanzaufsicht Bafin bis auf Weiteres aber verhindert. (am)