Das Hochzeitsfieber im Genossenschaftslager dauert an, vor allem in Rheinland-Pfalz: Nach dem im vergangenen Herbst öffentlich gemachten Schulterschluss der Volksbank Rhein Ahr Eifel und der Volksbank Koblenz Mittelrhein wollen sich nun zwei weitere regional beheimatete Institute zusammenschließen. Konkret geht es um die Volks- und Raiffeisenbanken Neuwied-Linz und Rhein-Mosel: Beide geben bekannt, dass sie 2020 planen, ihre beiden Häuser zusammenzuschließen. Namensgeber für das neu entstandene Institut wird die etwas kleinere VR Bank Rhein-Mosel sein, im Gegenzug soll der Hauptsitz nach Neuwied gelegt werden, wie mehrere Medien, darunter die "Rhein-Zeitung", übereinstimmend berichten.

Das fusionierte Institut würde nach heutigen Zahlen über eine Bilanzsumme von rund 1,5 Milliarden  Euro verfügen, dazu trägt die VR Bank Rhein-Mosel rund 650 Millionen Euro bei. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich zukünftig auf rund 310 Angestellte. Da es in den angrenzenden Geschäftsgebieten zu keinen Überschneidungen von Filialen kommt, schließt der designierte Vorstandschef des fusionierten Hauses, Andreas Harner, der gegenwärtig die Geschicke der VR Bank Neuwied-Linz führt, einen Arbeitsplatzabbau definitiv aus.

Geplant ist, dass die Vertreterversammlungen der beiden Institute der Fusion in ihren Sitzungen Mitte 2020 zustimmen, der bilanzielle Zusammenschluss würde dann rückwirkend zum 1. Januar 2020 erfolgen. Die technische Fusion, also die Datenzusammenführung über das Rechenzentrum, ist für den September 2020 vorgesehen.

Wettbewerberfeld lichtet sich zusehends
Neben Harner gehören dem zukünftigen Vorstand noch die Mitglieder Matthias Herfurth aus Neuwied-Linz sowie die Rhein-Moseler Walter Schaub und Michael Kuch an. Erst Anfang der Woche gab der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken bekannt, dass sich die Zahl der angeschlossenen Institute im letzten Jahr durch Fusionen um 40 auf 875 Häuser verringert hat. (mh)