Ermittler haben am Dienstag und Mittwoch die Geschäftsräume der Privatbank M.M.Warburg durchsucht. Die rund 50 Fahnder durchkämmten auch die Privatwohnungen von Gesellschaftern. Dies berichten übereinstimmend mehrere Medien. Demnach suchten Polizei und Staatsanwaltschaft nach belastendem Material im sogenannten Cum-ex- und Cum-cum-Skandal.

Dabei geht es im Grunde um halblegale Steuertricks. Bei den Geschäften handelten Banken um den Dividenden-Stichtag herum Aktien mit und ohne Ausschüttungsanspruch und ließen sich die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer von den Finanzämtern mehrmals erstatten. Die Praxis galt im Grunde lange Zeit als lässliche Sünde. Das juristische Schlupfloch wurde erst vor wenigen Jahren vollständig geschlossen. Der Schaden für die Staatskasse geht in die Milliarden. Zahlreiche Geldhäuser waren darin verwickelt, so etwa die Deutsche Bank.

Auch M.M.Warburg soll in die Praktiken verwickelt gewesen sein. Bereits im Frühjahr 2016 hatten Ermittler das Hamburger Traditionsinstitut durchsucht. Ende 2017 hatte das Geldhaus den Bescheid über eine Steuernachzahlung in Höhe von mehr als 43 Millionen Euro plus Zinsen erhalten.  

Warburg wehrt Vorwürfe ab
Das Institut wehrt sich massiv gegen die Nachforderung und bestreitet jedwede strafrechtlichen Verfehlungen. "Noch immer ist die Staatsanwaltschaft Köln auf der vergeblichen Suche nach Belegen für angeblich unzulässige Aktiengeschäfte", erklärte ein Sprecher der Bank dem "Handelsblatt" zufolge.

Der Aufsichtsratschef und frühere Vorstandssprecher Christian Olearius wehrt sich: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Die Staatsanwaltschaft hat bis heute trotz zweijähriger Ermittlungen nicht einen Fall identifiziert, der ihre Vorwürfe auch nur annähernd begründen könnte", zitiert das "Handelsblatt" den Banker. Er beklagte angesichts der vollen Kooperation seines Hauses die nach seinem Empfinden "maßlosen" Ermittlungen. Die parallel dazu inszenierte Medienkampagne schädige den Ruf der Bank. (ert)