4,5 Millionen US-Dollar sind Jill Soltau, Chefin des Einzelhändler J.C. Penney, sicher. Insgesamt erhalten sie und weitere Führungskräfte zehn Millionen US-Dollar als Boni, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gleichzeitig verlieren derzeit tausende US-Amerikaner wegen der Insolvenz des Konzerns ihre Jobs. Der Öl- und Gasförderer Chesapeake wird an 21 Führungskräfte insgesamt 25 Millionen US-Dollar Boni auszahlen – das verkündete das Unternehmen im Mai dieses Jahres. Im Juni meldete Chesapeake Insolvenz an.

J.C. Penney und Chesapeake sind nur zwei Beispiele für zahlreiche Unternehmen, die ihren Managern Wochen oder sogar nur Tage vor der Insolvenz Boni in Millionenhöhe versprachen.
Diese Praxis ist in den USA nicht neu: Die Unternehmen argumentieren Bloomberg zufolge damit, dass sie ihre Managementteams bei der Stange halten müssen, um die Firmen durch die Krise zu führen. Im Fall von J.C. Penney stößt das auch den Gewerkschaften sauer auf. "Wir finden das wirklich anstößig, wenn man bedenkt, was die Mitarbeiter im Durchschnitt verdienen, dass Sozialleistungen gekürzt werden und wegen der Ladenschließungen Leute entlassen werden", sagt Julie Farb vom Gewerkschaftsverband AFL-CIO gegenüber der Nachrichtenagentur. "Das aktuelle Covid-Umfeld verschlimmert das Ganze noch."
 
Verpönt, aber legal
Auch den Gläubigern sind die Bonizahlungen ein Dorn im Auge. Nach US-amerikanischem Recht können Gläubiger und der sogenannte U.S. Trustee, der für das Justizministerium Insolvenzen überwacht, Bonuszahlungen an Führungskräfte während des Insolvenzverfahrens anfechten - aber keine Zahlungen vor dem Insolvenzantrag. Für diesen Fall bleibt Kreditgebern nur eine kostspielige und zeitaufwändige Klage, schreibt Bloomberg. In den vergangen  Wochen habe der U.S. Trustee etwa ein Dutzend Boni als zu hoch bemängelt, zumeist aber ohne Erfolg, sagt Peter Carr, Sprecher der Institution gegenüber der Nachrichtenagentur. (fp)