Die Volksbank Jever beliefert Geschäfte auf der Insel Wangerooge nicht mehr mit Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen, berichtet "welt.de". Stattdessen sollen die Preise beim Bäcker oder im Supermarkt auf- oder abgerundet oder Kunden dazu angehalten werden, bargeldlos zu bezahlen.

Als Grund für den ungewöhnlichen Schritt nennt die Volksbank dem Bericht zu Folge die hohen Aufwendungen: Jedes Jahr müssten tonnenweise Kleinst-Geld auf die Insel und zurück geflogen werden, deren Wert (und der dafür entstehende CO2-Ausstoß) in keinem Verhältnis zu den Transportkosten stünde. Eine unmweltschonendere Verschiffung sei häufig nicht möglich, weil diese nur Gezeiten abhängig fahren. Man habe auf der Insel insofern eine Sondersituation.

Wirtschaft vor Ort ist skeptisch
Einzelhändler und Gastronomen auf der Insel bewerten das Vorgehen skeptisch, berichtet welt.de weiter. Grund: Die anderen Ostfriesischen Inseln und die dort vertretenen Banken vom Festland machten das Experiment nicht mit. Der Volksbank Jever stellte derweil klar, dass von Besuchern mittgebrachte Kupfermünzen auf der Insel weiterhin als Zahlungsmittel gültig sind. Nur die Bundesbank könne Bargeld, wie bei den nach und nach eingezogenen 500-Euro-Banknoten, für nicht länger fungibel erklären. "Einseitig können gesetzliche Zahlungsmittel nicht aus dem Verkehr genommen werden“, sagte eine Sprecherin in Frankfurt.

Andererseits herrsche Vertragsfreiheit zwischen Händlern und ihren Kunden. Bestimmte Zahlungsweisen könnten vereinbart werden.  Beispiel: Oft nähmen Tankstellen aus Sicherheitsgründen keine großen Banknoten an. (fp)