Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein neuer "Öko"-Fonds auf den Markt kommt oder ein ETF-Spezialist sein Sortiment um Produkte erweitert, die laut Eigenaussage auf Umweltaspekte, ressourcenschonendes Wirtschaften oder gesamtgesellschaftlich verantwortungsvoll handelnde Unternehmen setzen. Doch wie ernst ist es den Anbietern der Investmentlösungen mit der ethisch-ökologischen Orientierung wirklich? Die Ratinggesellschaft Morningstar hat hierzu diverse Asset Manager in puncto Nachhaltigkeit unter die Lupe genommen. Basis der Untersuchung ist das selbstentwickelte "ESG Commitment Level".

Die Bestandsaufnahme ernüchtert: Im Rahmen der aktuellen Bewertungen hinsichtlich der Anwendung von Kriterien wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG) erhielten gerade mal sechs von 31 geprüften Asset Managern - also knapp ein Fünftel - eine der beiden höchsten Einstufungen. Die Skala reicht von "Leader" (führend), "Advanced" (fortgeschritten) über "Basic" (Grundstufe) bis "Low" (niedrig).

Nur das australische Investmenthaus Affirmative Investment Management ergattert die Bestnote "Leader", wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist. Fünf Vermögensverwalter werden immerhin noch als "Advanced" eingestuft, und zwar Amundi, BNP Paribas Asset Management, HSBC Global Asset Management, Jupiter und LGIM. Die größte Gruppe der untersuchten Fondsanbieter aber, in Summe 13, qualifizierte sich gerade mal als "Basic". Dazu gehören unter anderem Allianz Global Investors, Invesco, J.P. Morgan AM, State Street und T. Rowe Price – die DWS wurde vor rund einem halben Jahr ebenfalls nur mit "Basic" benotet. Das übrige Dutzend landete im "Low"-Bereich, darunter Franklin Templeton, Janus Henderson, Mellon Investments und Van Eck.

Noch weniger nachhaltige Portfolios 
Darüber hinaus hat das Ratinghaus 140 Anlagestrategien bewertet, die in 251 Portfolios angewendet werden. Hier ist das Gesamtbild sogar noch düsterer: Von den 140 Strategien erhielt nur eine einzige das bestmögliche ESG Commitment Level "Leader". 19 wurden mit "Advanced" benotet, 59 als "Basic" und 61 als "Low" eingestuft. Morningstar liefert für das enttäuschende Abschneiden eine gut gemeinte, aber wenig erhellende Erklärung: "Dies spiegelt wider, dass vorwiegend Anlagestrategien ohne speziellen ESG-Fokus betrachtet wurden", heißt es. (jb)