Die französische Fondsgesellschaft Amundi erweitert ihr Angebot im Geschäft mit börsengehandelten Fonds (ETFs) um White-Label-Lösungen. Dies kündigte Europas größter Asset Manager bei der Vorstellung seiner Geschäftsstrategie "Invest for the future" an, mit der sich die börsennotierte Gesellschaft Ziele bis 2028 steckt.

Demnach will das Investmenthaus seine bestehende ETF-Plattform für einen neuen Geschäftsbereich nutzen, der sich auf aktive ETFs und White-Label-Produkte von Drittanbietern konzentrieren soll. Vermögensverwalter können ihre Anlagestrategie über Amundi als Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) dann in einen börsengehandelten Fonds packen, ohne selbst eine ETF-Infrastruktur aufbauen zu müssen. Konkreter wird der Pariser Asset Manager noch nicht. Erwähnt wird lediglich, dass bis 2028 rund 100 neue ETFs lanciert werden sollen. 

Zahl der ETF-Servicegesellschaften wächst
Amundi war mit der Übernahme von Lyxor im Jahr 2022 zum zweitgrößten ETF-Anbieter in Europa aufgestiegen. Platzhirsch ist mit deutlichem Abstand Blackrock mit seiner Marke iShares. Der langjährige Vize-Meister, die Deutsche-Bank-Tochter DWS mit Xtrackers, rutschte gemessen am verwalteten ETF-Volumen auf den dritten Rang ab.

Immer mehr Anbieter drängen in das Geschäft mit White-Label-ETFs. Größter Anbieter in diesem Segment ist Han-ETF. Daneben positionieren sich die Service-KVG Waystone sowie der Finanzkonzern State Street. Auch die Citigroup kündigte den Aufbau eines entsprechenden Angebots an, die US-Bank beteiligte sich zudem an Han-ETF. Der Luxemburger White-Label-Fondsanbieter Axxion wiederum brachte bereits mehrere ETFs auf den Markt. Auch Hansainvest kündigte an, in diesem Feld mitmischen zu wollen.

Breitere Kundenbasis erwünscht
Amundi setzt sich mit dem "Invest for the future"-Programm ambitionierte Ziele. Unter anderem soll es gelingen, bis 2028 Nettomittelzuflüsse von mehr als 300 Milliarden Euro zu akquirieren.

Explizit erwähnt wird, dass die "Kundendiversifikation beschleunigt" werden soll. Besonderes Potenzial sieht der Pariser Asset Manager im Altersvorsorgegeschäft und in digitalen Absatzkanälen. Jüngst sorgten Berichte für Schlagzeilen, denen zufolge die italienische Großbank Unicredit offensichtlich ihre langjährige Zusammenarbeit mit Amundi in Frage stellt.

Amundi vertreibt Private-Markets-Fonds von ICG
Der französische Fondsriese gab im Zuge seines Strategie-Updates außerdem eine Kooperation mit dem Londoner Private-Markets-Spezialisten ICG bekannt. Amundi wird in den kommenden zehn Jahren der exklusive Vertriebspartner für Evergreen-Fonds und ausgewählte andere Investmentprodukte von ICG im Wealth-Kanal sein. Diese Exklusivität gilt quasi weltweit, ausgenommen sind nur die USA, Australien und Neuseeland. Gemeinsam sollen auch neue Produkte für diese Zielgruppe entwickelt werden.

Amundi plant zudem, eine Beteiligung von 9,9 Prozent an dem börsennotierten Unternehmen aufzubauen. ICG verwaltete Firmenangaben zufolge umgerechnet zuletzt rund 108 Milliarden Euro in Private-Markets-Investments, vor allem für institutionelle Investoren. (bm/ert)