Die britische Investmentbank Stifel Europe wird neue Eigentümerin der Mainfirst Bank. Dies teilt die Dachgesellschaft Mainfirst Holding mit. Starfondsmanager Luca Pesarini hatte 2017 mit seiner Haron Holding die Mainfirst-Gruppe übernommen. Im Frühjahr 2018 löste der Ethenea-Gründer dann das Asset Management aus der Mainfirst-Bank heraus – wohl um den Verkauf des auf Aktien-Research und -Brokerage spezialisierten Teils des Geldhauses einzuleiten, wie sich nun zeigt.

So betonen die Gesellschaften in einer Mitteilung, dass das Asset Management von der Übernahme nicht betroffen sei. Diese Einheit firmiert seit dem Frühjahr unter dem Namen Mainfirst Affiliated Fund Managers. Im Detail übernimmt Stifel Europe also die Mainfirst Bank AG, die Mainfirst Schweiz AG sowie die Mainfirst Securities US Inc.

Der Kauf soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden, sofern die Behörden zustimmen. Die Details der Transaktion wollen die Parteien nicht verraten.

Für den Brexit wappnen
Für die Briten scheint das deutsche Institut aus einem bestimmten Grund besonders attraktiv: Mainfirst verfügt über eine deutsche Vollbanklizenz. Diese ermögliche es Stifel, seine "Beratungs-, Brokerage- und Investmentbanking-Dienstleistungen sowie das nachfolgende Clearing und die Abwicklung von Aktien- und Rentengeschäften nach dem Brexit anzubieten", schreiben die Unternehmen in der Mitteilung.

Zudem stehen gerade reine Research-Anbieter seit Einführung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II unter massivem Druck. "Angesichts des sich entwickelnden europäischen regulatorischen Umfelds und der sich verändernden Marktdynamik werden wir weiterhin Strategien verfolgen, die es uns ermöglichen, aktuelle und zukünftige Kunden mit einem breiteren Produktangebot bestmöglich zu bedienen", formuliert es Eithne O'Leary, Präsidentin von Stifel Europe.

Bei dem Institut handelt es sich um den Europa-Ableger der mittelgroßen US-Investmentbank Stifel Financial mit Sitz in St. Louis im Bundesstaat Missouri. Die Amerikaner hatten vor vier Jahren mit der Übernahme des Londoner Aktienhändlers Oriel Securities ihre Engagement in Europa vorangetrieben.

Mannschaft soll an Bord bleiben
Die Führungscrew von Mainfirst soll ihre Arbeit für das Haus fortsetzen, heißt es weiter. "Gemeinsam können wir unsere Kunden sowohl im Brokerage- als auch im Investmentbanking-Geschäft noch besser unterstützen", sagt Mainfirst-Vorstand Ebrahim Attarzadeh der Mitteilung zufolge.

Attarzadeh selbst stieß erst im April zu Mainfirst. Seit Mai bildet er gemeinsam mit Björn Kirchner die Doppelspitze der Bank. Das Duo ersetzte Andreas Haindl, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verließ, wie das Haus damals verkündete.(ert)