Die UBS Europe hat im Geschäftsjahr 2019 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Jahresüberschuss der europäischen Wealth-Management-Einheit der Schweizer Großbank UBS sank um satte 31 Prozent auf 46,7 Millionen Euro, wie die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) berichtet. Größter Verlustbringer war der deutsche Geschäftsbereich, der einen Minus von 53 Millionen Euro einfuhr. Danach folgten Italien mit 18 Millionen und Frankreich mit vier Millionen Euro. Gewinne hat die Bank laut der NZZ hingegen an ihrem Fondsstandort Luxemburg (83 Mio.), im Vereinigten Königreich (32 Mio.) und in den Niederlanden (25 Mio.) erzielt.

Deutschland bleibt damit für die Bank ein Problemmarkt. Wie die Zeitung ausführt, hat das Institut zwischen Flensburg und Oberammergau schon in der Vergangenheit oft Verluste bei der Betreuung vermögender Kunden erwirtschaftet. Daher bündelte die UBS im Jahr 2016 alle Wealth-Management-Bereiche außerhalb der Schweiz in der UBS Europa. Ziel war es, in den europäischen Ländern und damit auch in Deutschland mittels Synergien sowohl das betreute Vermögen wie auch die Gewinne im zweistelligen Bereich zu steigern.

2019 von Sondereffekten geprägt
An den Wachstumsplänen für Deutschland hält die Bank trotz des enttäuschenden Ergebnisses für 2019 grundsätzlich weiterhin fest. Sie wolle in den kommenden Jahren die Nummer Eins am hiesigen Vermögensverwaltungsmarkt werden. Die UBS betonte gegenüber der NZZ daher auch, dass der deutsche Bereich das gesamte negative Treasury-Ergebnis in Höhe von 50 Millionen Euro haben schultern müssen. Zudem sei in Deutschland ein überproportionaler Teil der übergeordneten Fixkosten angefallen. Ferner sei das Geschäftsjahr 2019 von Sondereffekten durch die Fusion mit der britischen UBS Limited geprägt gewesen. 

Der NZZ zufolge verzeichnete die UBS Europa immerhin im Geschäft mit vermögenden und sehr vermögenden Klienten im bisherigen Jahresverlauf ein überproportionales Wachstum. Auch bei der Europa-Bank insgesamt würden Gewinn und Umsatz steigen sowie die Kosten sinken – und das trotz dreier prominenter Wechsel bei der Leitung der deutschen Vermögensverwaltung in den vergangenen Quartalen. Im Mai 2019 war Barbara Rupf Bee von der UBS zu Allianz Global Investors gewechselt. Ihren Nachfolger hielt es ebenfalls nicht lange: Marcus Stollenwerk gab wenig später bekannt, zu Flossbach von Storch zu gehen, um dort die Vermögensverwaltung zu übernehmen. Stollenwerks Nachfolger wiederum ist Tobias Vogel, der Chef der Investmentbank der UBS Europe, der nun zusätzlich die Betreuung der reichen Privatkunden in Deutschland übernimmt (FONDS professionell ONLINE berichtete). (jb)