Der US-Finanzdienstleister Formidium mit Sitz in Chicago hat Achim Denkel als Managing Director für seine geplante Expansion auf den europäischen Markt verpflichtet. Denkel kommt vom Fondsdienstleister Ci Fund Solutions, den er bis Januar als Vorstand führte. Davor hatte er die Hamburger Fondsvertriebsplattform Capinside aufgebaut, die seit gut zwei Jahren Teil der Ci-Gruppe ist.

"Die Formidium-Plattform ist technologisch deutlich ausgereifter als alles, was ich bisher gesehen habe", sagt Denkel im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Sie erlaubt eine hochgradig automatisierte und daher sehr kostengünstige Fondsadministration." Das vor knapp zehn Jahren gegründete Unternehmen administriert eigenen Angaben zufolge mit gut 400 Mitarbeitern ein Vermögen von rund 33 Milliarden US-Dollar in mehr als 1.800 Fonds und vergleichbaren Vehikeln aus insgesamt gut zwei Dutzend Jurisdiktionen.

"In Europa ist der Einstieg ins Service-KVG-Geschäft geplant"
Formidium fokussiert sich aktuell auf Venture-Capital-, Private-Equity- und Hedge-Fonds sowie weitere alternative Investments. Anfangs habe das Kryto-Segment eine dominante Rolle gespielt, mittlerweile stehe es nur noch für rund ein Fünftel des Geschäfts, berichtet Denkel.

Nicht nur im Heimatmarkt, auch in Kanada, mehreren asiatischen Ländern und Australien sei Formidium bereits aktiv. Nun soll Europa folgen. "Wir sind gerade dabei, ein Angebot für den britischen und den Schweizer Markt aufzubauen", sagt Denkel. "Noch in diesem Jahr soll über Luxemburg zudem der Eintritt in den UCITS-Markt erfolgen." Dafür wäre, anders als in Großbritannien und der Schweiz, die Gründung oder der Kauf einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) nötig. "In den anderen Märkten konzentriert sich Formidium auf die Fondsadministration. In Europa ist der Einstieg ins Service-KVG-Geschäft geplant", so Denkel. Er setzt darauf, den etablierten Service-KVGen mit einem kostengünstigen und digitalisierten Angebot schnell Marktanteile streitig machen zu können.

Denkel bleibt der Ci-Gruppe verbunden
Ein ähnliches Ziel hatte Denkel bisher mit Ci Fund Solutions verfolgt. Sein Vorstandsposten in dieser Schweizer Holding wird nicht neu besetzt, die Geschäfte führt Mehrheitseigner Andreas Mattig künftig alleine. Denkel bleibt der Ci-Gruppe aber verbunden, und zwar als Aufsichtsrat der wichtigsten Tochtergesellschaft Ci Fund Services, einer KVG mit Sitz in Luxemburg. Darf sein Verbleib in diesem Gremium als Hinweis darauf dienen, dass Formidium den Einstieg auf den europäischen Markt über die Ci-Gruppe plant? Dazu wollte sich Denkel im Gespräch mit der Redaktion nicht äußern. (bm)