Dieter Zetsche, Ex-Vorstandsvorsitzender des Autokonzerns Daimler, befindet sich in einem juristischen Streit mit der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank), der für zahlreiche andere Anleger noch interessant werden dürfte. Hintergrund ist ein geflopptes Investment: Zetsche wirft der BW-Bank vor, ihn schlecht beraten zu haben. Als erstes hatte die "Stuttgarter Zeitung" über den Fall berichtet, der öffentlich wurde, weil Zetsches Anwälte einen Antrag auf ein Musterverfahren gestellt hatten.

Zum Hintergrund: Zetsche hatte im Jahr 2009 insgesamt 100.000 Euro zuzüglich fünf Prozent Aufgeld in den "Fünfundsechzigsten IFH geschlossenen Immobilienfonds für Holland GmbH & Co. KG" investiert. Das geht aus dem öffentlich einsehbaren Musterverfahrensantrag beim Landgericht Stuttgart hervor. Doch das Investment wurde zum Minusgeschäft. Nun fordert Zetsche Schadensersatz von der LBBW-Tochter BW-Bank, bei der er beraten wurde.

Fehler im Emissionsprospekt
Laut dem Gerichtsdokument dreht sich alles um Fehler im Emissionsprospekt und um das Beratungsgespräch, über dessen Hergang die beiden Parteien nun streiten. Zetsche gibt an, er selbst habe den Emissionsprospekt erst am Tag der Zeichnung erhalten. Beraten worden sei er auf Basis des Prospektes. Dieser jedoch sei "in wesentlichen Teilen unrichtig und damit insgesamt irreführend und unvollständig".

Unter anderem wurden Anleger nach Sicht von Zetsches Rechtsvertretern in dem Prospekt "unrichtig über den Wert und Wiederverkaufswert des Fondsobjektes informiert". Auch bei Altlasten, Kosten und Mittelverwendung des Fonds sowie bei Prognosen und Risikoeinschätzung sehen sie massive Fehler.

Der "Fünfundsechzigste IFH geschlossene Immobilienfonds für Holland GmbH & Co. KG" wurde vom ehemaligen Emissionshaus Wölbern aufgelegt, das aufgrund eines Anlageskandals zusammengebrochen war. (eml)