Matthias Danne, bis vor Kurzem noch Vizechef der Dekabank, hat mit zwei Mitstreitern eine neue Beratungsgesellschaft für Verteidigungsinvestitionen in Europa gegründet. Das bestätigte er gegenüber "Bloomberg News". Ziel ist es, private Kapitalgeber und die öffentliche Hand zusammenzubringen.

"Es gibt im Bereich Verteidigung und kritischer Infrastruktur einen enormen Investitionsbedarf. Von Kasernen über Drohnen-Übungsplätze bis hin zu Brücken und Straßen", so Danne im Interview. Dass öffentliche Gelder dafür nicht reichen könnten, sei aber nicht schlimm. "Denn es gibt genügend privates Kapital."

Bis sieben Prozent Rendite möglich
Die neue Firma trägt den Namen Refence und hat ihren Sitz in München. Der Ukraine-Krieg hat Danne zufolge deutlich gemacht, dass Europa in seine eigene Verteidigungsfähigkeit investieren müsse. Das sei nötig und als Investmenttrend auch "hochinteressant". Renditen von sechs oder sieben Prozent seien für Investoren durchaus möglich.

"Refence will eine Brücke bauen zwischen dem Finanzierungsbedarf der öffentlichen Hand, etwa dem Verteidigungsministerium, und den Anforderungen des privaten Kapitalmarkts", sagte Danne. Er und seine Mitstreiter wollen jetzt auf die öffentliche Hand zugehen und Projekte ausfindig machen, die zu finanzieren sind. Im zweiten Schritt gehe es dann um die Ansprache von Investoren.

Versicherungen und Pensionskassen im Fokus
"Investoren – beispielsweise Versicherungen und Pensionskassen – sind bereit, Projekte im Bereich Verteidigung zu finanzieren. Zwei Dinge müssen aber erfüllt sein: Die Finanzierungsstrukturen müssen stimmen, und sie müssen daran etwas verdienen", so Danne. Es könne sich um Direktinvestitionen handeln oder aber auch um leicht investierbare europäische Fondsstrukturen. "Wir können uns vieles vorstellen."

Im Blick hat Danne mittelgroße institutionelle Investoren in Deutschland, also nicht die ganz großen Unternehmen, wie er sagte.

Bei der Dekabank hatte Danne unter anderem auch das Asset Management verantwortet. Das Fondshaus der deutschen Sparkassen war selbst 2025 mit einem Aktienfonds an den Start gegangen, der in Verteidigung und Sicherheit investiert. Auch andere Anbieter bedienen den Investmenttrend mit eigenen Produkten, darunter die LBBW und die Privatbank Warburg.

Erste Projekte könnten im europäischen Ausland starten
Laut Danne ist in Deutschland noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, was Public Private Partnerships anbelangt, die Refence ermöglichen will. "Ich gehe daher davon aus, dass unsere ersten Projekte im europäischen Ausland sein werden", erklärte er. Dabei verwies er insbesondere auf die Ostgrenzen des Verteidigungsbündnisses Nato. (mb/Bloomberg)