Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) setzt seine Kampagne für die Einführung eines öffentlich-rechtlich organisierten Standardproduktes in der Altersvorsorge fort. Daher haben die Verbraucherschützer ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie diese "Extra-Rente", die die Riester-Rente ersetzen soll, aufgesetzt werden kann. 

"Es macht keinen Sinn, dass Finanz- und Versicherungswirtschaft weiter überteuerte und kaum verständliche Riester-Produkte verkaufen dürfen", kritisiert Klaus Müller, Vorstand des VZBV, erneut die Riester-Rente, die dem Verband wegen der Kosten schon länger ein Dorn im Auge ist. Aus seiner Sicht wäre eine breit gestreute Anlage in Aktien, die durch einen unabhängigen Träger organisiert und kontrolliert wird, für Verbraucher weitaus profitabler. 

Der Jurist Markus Roth, Professor an der Universität Marburg, liefert einer Pressemitteilung zufolge in einem Gutachten eine "Blaupause" für die rechtliche Umsetzung dieses Standardproduktes. Die Unabhängigkeit des Trägers, der öffentlich-rechtlich oder als private Gesellschaft organisiert sein kann, von staatlichen Weisungen sollte wie bei der Bundesbank per Gesetz festgeschrieben werden. Die weiteren Aufgaben des Trägers jenseits der Organisation der Vermögensverwaltung wären politisch zu entscheiden. Die Kontrolle des Vorstands soll durch einen unabhängig besetzten Verwaltungsrat und einen Beirat erfolgen. (jb)