Claudia Buch, Vorsitzende des Aufsichtsgremiums der Europäischen Zentralbank (EZB), hat die Vergütungspraxis in der Bankenbranche kritisiert. Die Risiken, denen die Institute ausgesetzt sind, würden nicht ausreichend berücksichtigt, sagte die oberste Bankenaufseherin Europas. Das sei ein wesentlicher Punkt, an dem nachgebessert werden müsse.

EZB-Überprüfung zeigt Schwachstellen
Bei einer Überprüfung der Vergütungspraktiken von 20 Banken im vergangenen Jahr stellte die EZB laut Buch eine übermäßige Abhängigkeit von Rentabilitätskennzahlen und eine unzureichende Berücksichtigung der Risikoappetitrahmen der Banken fest.

Zu den weiteren Schwachstellen zählen laut der Untersuchung unzureichende Risikoanpassungen von Boni – also Mechanismen, die sicherstellen sollen, dass Vergütungen gekürzt werden können, wenn sich die Performance eines Instituts verschlechtert oder wenn übermäßige Risiken auftreten. Zudem seien die internen Zuständigkeiten in den Vergütungsprozessen oft unklar.

Positive Beispiele innerhalb der Branche
Buch hob zugleich positive Beispiele hervor. Dazu gehören Leistungskennzahlen, die sich auf die Behebung von Aufsichtsmängeln als Teil der Vergütungspakete beziehen, regelmäßige konzernweite Überprüfungen der Vergütungspolitik sowie interne Gremien, die Empfehlungen zur Verbesserung des Risikomanagements erarbeiten. (mb/Bloomberg)