Ein gefälschter Brief des Blackrock-Vorstandschefs Larry Fink hat für Wirbel gesorgt. Eine Aktivistengruppe hatte ein Schreiben des Blackrock-Chefs imitiert und an angelsächsische Medien verschickt. Die Autoren legten Fink den Plan in den Mund, dass der weltgrößte Vermögensverwalter seine Anlagestrategie gänzlich nach ökologischen Kriterien ausrichten werde. Unternehmen, die nicht die im Jahr 2015 beschlossenen Ziele zum Klimaschutz verfolgen, würde das Haus automatisch als "Sünden-Aktien" aussortieren, hieß es in dem Fake-Brief.

Der Schwindel war offenbar minutiös geplant und ausgefeilt umgesetzt worden. Das Schreiben ging per E-Mail an diverse Fernseh- und Zeitungsredaktionen in den USA und Großbritannien und leitete auf ein täuschend echt wirkendes Plagiat der Blackrock-Website um. Auch über die sozialen Medien wurde die Botschaft weiterverbreitet, etwa über gefälschte Twitter-Konten. Die Gruppe "The Yes Men" bekannte sich dann zu dem Plagiat. Die Aktivisten hatten widerholt mit Schein-Auftritten und Falschmeldungen Aufsehen erregt, etwa schon im Jahr 1999 mit einer fiktiven Internetseite der Welthandelsorganisation WTO.

"Gesellschaft ist verunsichert"
Der neuerliche Schmu flog wohl auch deshalb nicht sofort auf, weil der Blackrock-Chef  tatsächlich stets zu Jahresbeginn in einem öffentlichen Schreiben mahnende Worte an die Vorstandschefs jener Unternehmen richtet, in die Blackrock im Namen seiner Kunden investiert. Mittlerweile veröffentlichte die Fondsgesellschaft das echte Schreiben.

Tatsächlich geht auch der echte Fink auf das Thema Nachhaltigkeit ein – aber über die Warte der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen. "Die Gesellschaft ist verunsichert durch fundamentale ökonomische Umwälzungen und die Unfähigkeit von Regierungen, dafür effektive Lösungen zu finden", warnt der echte Blackrock-Chef. "Sie erwartet zunehmend, dass private und öffentliche Unternehmen drängende soziale und wirtschaftliche Fragen angehen."

"Wer Verantwortung nicht gerecht wird, gerät ins Wanken"
Unternehmen könnten jedoch nicht alle gesellschaftlich relevanten Probleme lösen, dämpft Fink die Erwartungen. "Jedoch gibt es viele – von Alterssicherung und Infrastruktur bis hin zur Ausbildung von Beschäftigten für die Arbeitsplätze der Zukunft –, die sich ohne unternehmerische Führungsstärke nicht lösen lassen", so Fink. Gerade die jüngere Generation fordere zunehmend von der Wirtschaft, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Firmen, die dies tun, würden "langfristig davon profitieren", ist der Chef des Fondsriesen überzeugt.

Und er schickt eine Warnung hinterher: "Falls sie das nicht tun, werden sie ins Wanken geraten und letztlich scheitern. Diese Dynamik wird immer offensichtlicher, da die Öffentlichkeit von Unternehmen die Einhaltung immer strengerer Standards fordert", schreibt Fink. Diese Entwicklung werde sich beschleunigen, da die Generation der Millennials neue Ansprüche an die Unternehmen stelle, für die sie arbeitet, von denen sie Waren kauft und in die sie investiert. (ert)