Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) verschickt immer mal wieder sogenannte "Servicemeldungen", zuletzt etwa zur Frage, welche Versicherungen zum Ausbildungsstart wichtig sind oder welche Police bei Hitzeschäden zahlt. Diese Themen passen gut zur Kerndienstleistung von Deutschlands größtem Finanzvertrieb, ihr Inhalt überrascht daher nicht. Eine im Juli versendete Meldung lässt aber aufhorchen.

"Energiekosten im Griff", heißt es da, und: "Wie Haushalte langfristig unabhängiger und planbarer wirtschaften können." Am Ende der Pressemeldung ist dann dieser Satz zu lesen: "Vermögensberaterinnen und Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung helfen ihren Kunden, eine Energiestrategie zu entwickeln, die auf die persönliche Lebenssituation zugeschnitten ist." Sind die Vermögens- nun auch als Energieberater unterwegs? FONDS professionell ONLINE hat in der DVAG-Zentrale nachgefragt.

Keine unabhängige Energieberatung
"Bei dem beschriebenen Ansatz handelt es sich nicht um eine klassische Energieberatung und auch nicht um einen reinen Tarifwechselservice", erläutert eine Sprecherin des Unternehmens. Die Vermögensberater würden ihre Kunden vielmehr "im Rahmen der ganzheitlichen Finanz- und Lebensplanung" unterstützen. "Dazu kann ein Energiekosten-Check gehören, der dazu dient, die individuelle Situation zu betrachten und Optionen zur Reduzierung beziehungsweise besseren Planbarkeit von Energiekosten aufzuzeigen."

Themen wie Photovoltaik, Wärmepumpen, staatliche Förderungen oder ein Wechsel des Energieanbieters würden dabei "eingeordnet und in den finanziellen Gesamtkontext gestellt", etwa mit Blick auf Investitionskosten, die Finanzierung und Auswirkungen auf das Haushaltsbudget. "Ziel ist es, Kundinnen und Kunden Orientierung zu geben, nicht jedoch eine technische oder unabhängige Energieberatung im engeren Sinne zu ersetzen", betont die Sprecherin.

Kooperation mit Enpal und Teleson
Für die DVAG sei das Thema Energie und Energiekosten "Teil der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Beratungsangebots im Rahmen des Allfinanzansatzes". Im Jahr 2024 wurde eine Kooperation mit dem Energieunternehmen Enpal gestartet, das unter anderem Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen an Endkunden vertreibt und sich "Solar-Marktführer in Deutschland" nennt. "Hintergrund ist, dass steigende und volatile Energiekosten zunehmend eine Rolle im Haushaltsbudget spielen und daher auch in die Finanzplanung einbezogen werden", erläutert die DVAG-Sprecherin.

Schon seit zehn Jahren unterstützen die Vermittler des Frankfurter Finanzvertriebs ihre Kunden bei der Wahl eines anderen Strom- oder Gasanbieters. In diesem Segment kooperiert die DVAG mit Teleson, einem Münchner Unternehmen, das sich auf seiner Website "Deutschlands erfolgreichster Energievertrieb" nennt.

"Das Thema gewinnt in der Beratungspraxis an Bedeutung"
Auf die Frage von FONDS professionell ONLINE, wie viele Vermögensberater die entsprechenden Angebote in ihrer Beratungspraxis einsetzen, wollte sich die Sprecherin nicht konkret äußern. Nutzungs- oder Fallzahlen würden nicht erhoben respektive veröffentlicht. Klar sei aber: "Energiekosten sind für viele Haushalte ein zunehmend relevanter Bestandteil des Budgets, weshalb das Thema in der Beratungspraxis an Bedeutung gewonnen hat." (bm)