Die Bankfiliale ist auf dem besten Weg, zum Relikt der Vergangenheit zu werden. Schon vor Ausbruch der Pandemie mussten deutsche Banken und Sparkassen immer mehr Filialen schließen, weil immer mehr Kunden digitale Kanäle für ihre täglichen Bankgeschäfte nutzen. Die Coronakrise hat auch die letzten treuen Filialkunden gezwungen, zumindest zeitweise auf das Online-Banking auszuweichen. Drei Viertel aller Menschen in Deutschland erledigen ihre Bankgeschäfte derzeit im Internet, wie jüngst eine Umfrage zeigte. Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben schon weitere Schließungen angekündigt. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Zeb zeigt, dass neben der Digitalisierung auch die Niedrigzinsen Grund für weitere Einsparungen sind, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). 

Das Ertragspotential der Banken im Privatkundengeschäft ist laut der Beratungsgesellschaft im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 49,3 Milliarden Euro gesunken. Im laufenden Jahr wird es, so die Prognose, auf 47 Milliarden Euro abrutschen. Konnten die Banken und Sparkassen 2019 zumindest noch eine "schwarze Null" im Privatkundengeschäft erzielen, erwarten die Zeb-Partner Ulrich Hoyer und Marc Buermeyer einen Verlust von drei Milliarden Euro in diesem Jahr. Ohne Gegenmaßnahmen, zu denen insbesondere Kosteneinsparungen über Filialschließungen und Mitarbeiterabbau zählen, rechnen sie in den kommenden fünf Jahren mit einem Verlust von fünf bis sieben Milliarden Euro, berichtet die FAZ.

Smartphone soll's richten
Für Ertrag sorgen zukünftig vor allem Bankgeschäfte über das Smartphone, prognostizieren die Zeb-Experten. Dabei müssen die Banken auf einfache und bequeme Anwendungsmöglichkeiten mit Mehrwertangeboten achten, wenn sie Ertragspotentiale heben wollen, berichtet die FAZ. Begrenzt sei der Spielraum zur Anhebung der Kontogebühren. Jedoch könnten die Banken Anreize zur Nutzung höherwertigerer Pakete, sogenannter Premium-Pakete, bieten. (fp)