Eine einzige Sparkassen-Zentralbank, die sich ausschließlich im Besitz der Sparkassen befände, würde die Zusammenarbeit in der Gruppe erleichtern, die Gruppenstruktur vereinfachen, die Transparenz erhöhen und die Kosten senken, heißt es in einer aktuellen Fitch-Analyse zum Sparkassensektor, über die "Bloomberg" berichtet. Ein besserer Zugang zu Konsortialgeschäften und Kapitalmärkten sei möglich. An den Landesbanken sind derzeit neben den Sparkassen auch viele Bundesländer beteiligt.

Fehlausrichtungen von Eigentumsverhältnissen, Geschäftsmodellen und Risikoprofilen zwischen Landesbanken und Sparkassen haben in der Vergangenheit häufig zu erheblichen Interessenskonflikten und verspäteten Reaktionen auf negative Entwicklungen bei Landesbanken geführt, argumentiert die Ratingagentur und nennt als Beispiel die Wirren um die NordLB. Die Aussicht auf die genannten Vorteile dürfte Fitch zufolge dazu beitragen, die Sparkassen für die Idee eines Zentralinstituts zu erwärmen. Das gelte insbesondere wegen des Drucks auf ihre Erträge in Folge des niedrigen Zinsniveaus. "Angesichts der Komplexität eines solchen Projekts und seiner politischen Dimension kann es jedoch einige Zeit dauern, bis ein politischer Konsens für den Vorschlag zustande kommt", schreibt Fitch weiter.

Argumente gegen eine Zentralisierung
In der Sparkassen-Gruppe wird seit Monaten über ein Zentralinstitut diskutiert, möglicherweise durch die Fusion von einzelnen Landesbanken. Die Meinungen dazu gehen aber weit auseinander. "Es gab und gibt gute Gründe dafür, in Deutschland drei bis vier größere Landesbanken zu haben. Da geht es um Themen wie beispielsweise der Risikostreuung der Sparkassen und der vielen Unternehmenskunden", sagte beispielsweise Peter Schneider, Präsident des LBBW-Miteigners Sparkassenverband Baden-Württemberg, vergangene Woche in einem Interview mit Bloomberg. (aa)