Seit Juli 2015 leitet Florian Uleer, der zuvor bei Union Investment und Schroders gearbeitet hatte, das Geschäft des Asset Managers Columbia Threadneedle in Deutschland. Schon in seinem ersten Interview mit FONDS professionell ONLINE im Oktober 2015 hatte er angekündigt, den Bankenvertrieb ausbauen zu wollen. Diesen Plan hat er umgesetzt, wie er im Gespräch mit der Redaktion erläutert.


Herr Uleer, aktuell arbeiten zwölf Kollegen für Columbia Threadneedle in Frankfurt. Soll das Team weiter wachsen – oder ist angesichts des schwierigen Marktumfelds Sparen angesagt?

Florian Uleer: Wir expandieren weiter. Läuft alles wie geplant, werden wir am Jahresende mit 18 Mitarbeitern in Deutschland präsent sein.

Läuft das Geschäft denn so gut?

Uleer: Ja, insbesondere der Bankenvertrieb entwickelt sich sehr erfreulich, vor allem das Geschäft mit den Sparkassen.

Interessant. Columbia Threadneedle ist schon seit vielen Jahren strategischer Partner der Deka. Warum nimmt das Geschäft mit den Sparkassen erst jetzt Fahrt auf?

Uleer: Früher wurden die Sparkassen durch unsere regional verantwortlichen Vertriebsexperten mitbereut. Auch wenn das Personal erstklassig ist, konnten wir bei den Sparkassen so keine ausreichende Präsenz gewährleisten. Deshalb haben wir seit einem Jahr einen neuen Kollegen, der ausschließlich die 50 größten Sparkassen betreut. Das zahlt sich inzwischen aus. Ab April werden sich zwei weitere Kollegen ausschließlich um die Sparkassen kümmern.

Andere Banken spielen keine Rolle?

Uleer: Doch, wir betreuen selbstverständlich auch die Großbanken, Privatbanken und genossenschaftlichen Institute, bislang allerdings nicht so eng wie die Sparkassen. Wir möchten das Geschäft Schritt für Schritt ausbauen und nichts überstürzen.

Welche Fonds stellen Sie im Sparkassenvertrieb in den Fokus?

Uleer: Wir konzentrieren uns bewusst auf drei Fonds. Da ist zum einen der Nebenwertefonds Threadneedle Global Smaller Companies, dessen Performance wirklich überragend ist. Fondsmanager Mark Heslop verantwortet auch den deutlich bekannteren Threadneedle European Smaller Companies. Der Vorteil ist, dass der Portfoliomanager vielen Beratern schon ein Begriff ist.

Ein Nebenwertefonds ist allerdings eher was fürs Private-Banking- und nicht fürs breite Retail-Geschäft, oder?

Uleer: Doch, er wird durchaus auch in diesem Segment nachgefragt. Das ist beispielsweise ein hervorragendes Sparplan-Thema: Für Anleger, die in Aktien investieren wollen und einen langen Anlagehorizont mitbringen, kann ein globaler Nebenwertefonds genau die richtige Wahl sein. Columbia Threadneedle ist seit mittlerweile über 20 Jahren in Deutschland präsent. Groß geworden sind wir anfangs mit Retail-Geld in Small-Cap-Fonds – das darf man nicht vergessen.

Bei welchen anderen Fonds forcieren Sie den Vertrieb über die Sparkassen?

Uleer: Da ist der Threadneedle Global Multi Asset Income zu nennen, der seit Ende vergangenen Jahres im Dekabank-Depot verwahrfähig ist.

Beim Multi-Asset-Income-Thema sind die Sparkassen doch eigentlich schon gut versorgt. Zum einen vertreiben viele Institute seit Jahren den JPM Global Income von J.P. Morgan Asset Management, zum anderen wurde für konservativere Anleger der Deka-Multi Asset Income aufgelegt. Wie können Sie gegen diese Konkurrenz punkten?

Uleer: Bei unserem Fonds handelt es sich um ein recht einfaches Multi-Asset-Produkt. Das Portfoliomanagement investiert in Aktien und Unternehmensanleihen – zumeist aus dem High-Yield-Segment – und verfolgt eine Covered-Call-Strategie. Das war's auch schon. Wir verzichten bewusst darauf, das Geld der Anleger über Dutzende Asset-Klassen und Investmentstrategien zu streuen. Ziel ist eine jährliche Ausschüttung von fünf Prozent, die allerdings nicht aus der Substanz erfolgt. Diese Kombination aus einfacherer Anlagestrategie und fester Ausschüttung kommt offensichtlich an.

Und der dritte Fonds im Vertriebsfokus…

Uleer: … ist der Threadneedle European High Yield. Anders als der Threadneedle Global Smaller Companies wird dieser Fonds vornehmlich von Private-Banking-Einheiten nachgefragt. Neben einer überzeugenden Wertentwicklung ist es bei Terminen vor Ort oft hilfreich, wenn der Fondsmanager den deutschen Markt gut kennt – beides ist bei Roman Gaiser der Fall.

Sie hatten erwähnt, wie stark das Team wachsen soll. Reichen die alten Räumlichkeiten dann noch?

Uleer: Wir ziehen Mitte Mai in ein größeres Büro in der Neuen Mainzer Straße 1 um. Das ist der Neubau gegenüber der Deka, neben der DWS. Das sind klasse Räume in toller Lage.

Vielen Dank für das Gespräch. (bm)