Flossbach von Storch wird von Kommentatoren immer noch als "Fondsboutique" bezeichnet – zu Unrecht. Der Kölner Vermögensverwalter gehört mittlerweile zu den größeren Fondsanbietern in Deutschland. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass das verwaltete Kundenvermögen des Kölner Asset Managers bis Ende Februar auf insgesamt 38 Milliarden Euro angeschwollen ist. Für deutsche Renditesucher steuerte die Gesellschaft Ende 2018 laut Zahlen des deutschen Fondsverbandes BVI 23,4 Milliarden Euro in Publikumsfonds und lässt damit am bundesrepublikanischen Heimatmarkt andere große Asset Manager wie Franklin Templeton (17,3 Mrd. Euro) oder auch Amundi (26 Mrd. Euro) klar hinter sich. 

Alleine 2018 haben deutsche Anleger unter dem Strich mehr als 1,7 Milliarden Euro in die Produkte von Flossbach von Storch investiert. Damit gehören die Kölner zu den fünf  Gesellschaften, die in der turbulenten Anlagesaison die höchsten Mittelzuflüsse realisieren konnten. Weit vor dem Vermögensverwalter liegen nur Branchenriesen wie Allianz Global Investors (8,4 Mrd. Euro) oder Union Investment (2,5 Mrd. Euro). Verkaufsschlager ist und bleibt das 13,5 MIlliarden schwere Flaggschiff Multiple Opportunities R, dem laut Bloomberg unter Berufung auf Daten von Morningstar im vergangenen Jahr 500 Millionen Euro zuflossen. 

Der Grund für den Dauererfolg des Fonds sei letztlich seine klare Positionierung: Das Portfolio von Bert Flossbach "zeigt klare Kante. Er hat einen klaren Investmentprozess und setzt diesen stringent um", zitiert die Zeitung Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah. Der Prozess ziele auf Diversifikation ab: "Wer sein Vermögen langfristig erhalten und mehren möchte, sollte es auf verschiedene Anlageklassen, Wertpapiere und Währungen aufteilen", sagte Gründer und Starmanager Bert Flossbach gegenüber Bloomberg. Das erkläre auch, warum das Portfolio im vergangenen Jahr enorme Zuflüsse verzeichnen konnte, obwohl die Performance bei minus fünf Prozent lag. Allerdings: Mit Blick auf fünf Jahre weist der Fonds einen jährlichen Wertzuwachs von 6,7 Prozent aus. (jb)