Die FNZ Group verkauft ihre deutschen Töchter FNZ Bank und Deutsches Haftungsdach (DHD). Dafür hat sie eine entsprechende Vereinbarung mit der Beteiligungsgesellschaft Advent sowie einem Konsortium unterzeichnet, zu dem auch der Private-Equity-Dachfonds Harbourvest Partners gehört. Das teilt die in London ansässige, global agierende Plattform für Wealth-Management-Services mit.

Der Abschluss der Transaktion, bei der 100 Prozent der Anteile an der B2B-Depotbank und dem Haftungsdach an die Käufer gehen, wird vorbehaltlich der Genehmigung der Bankenaufsichts- und Kartellbehörden für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Laut Medienberichten sollen für die beiden Finanzdienstleister 500 Millionen Euro fließen.

Weg vom Bankgeschäft
Als Grund für den Verkauf gibt die FNZ Group an, sich künftig stärker auf ihren Hauptgeschäftsbereich, die Bereitstellung von Wealth-Management-Technologie für führende Finanzinstitute, fokussieren zu wollen – auch für die FNZ Bank. "Gleichzeitig freuen wir uns darauf, die langjährige Zusammenarbeit mit der FNZ Bank auch nach dem Abschluss der Transaktion fortzusetzen und mit unseren Technologielösungen Innovation und weiteres Wachstum im deutschen Markt zu unterstützen", sagt Blythe Masters, CEO der FNZ Group.

Der Schritt ist keine Überraschung. Die FNZ Group hat bereits seit Ende 2025 Verkaufspläne für die FNZ Bank geschmiedet. FNZ-Chefin Blythe Masters, die 2024 den Gründer und langjährigen Chef Adrian Durham an der Spitze des Unternehmens ablöste, hatte Mitte November 2025 in einem Interview mit "Bloomberg" erklärt, sie plane, unter anderem Vermögenswerte zu veräußern, die mit "hohen regulatorischen Kapitalanforderungen" verbunden seien. Dazu gehört das B2B-Depotbankgeschäft der FNZ für Finanzvermittler und Vermögensverwalter sowie auch der Haftungsdachbereich der DHD. Das IT-Plattformgeschäft dagegen erfordert wesentlich weniger Kapitaleinsatz.

Vorbereitungen für Verkauf
Die FNZ Bank hat im Laufe des Jahres verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität zu steigern – vermutlich auch im Hinblick auf einen geplanten Verkauf. Die Fondsplattform versucht, bei Kapitalverwaltungsgesellschaften einmalige und laufende Listing-Gebühren für neu aufzunehmende Fonds durchzusetzen. Zudem hat die Depotbank das Entgelt für den Einzug von Servicegebühren, die ein Finanzberater seinen Endkunden berechnet, zum 1. Juli deutlich erhöht. Ferner hat sie ein freiwiliges Stellenabbauprogramm gestartet, um die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland zu reduzieren.

Damit geht die Reise der FNZ Bank weiter. Die FNZ Group hatte die Depotbank, die damals noch Ebase hieß, 2019 für 154 Millionen Euro von der Commerzbank-Tochter Comdirect gekauft. Später erwarb sie dann die Wertpapiersparte der Augsburger Aktienbank und die Fondsdepot Bank. Ende 2024 wurde das Einlagen- und Verwahrgeschäft der Fondsdepot Bank auf die FNZ Bank übertragen. Der Haftungsdachbereich firmiert seitdem unter dem Namen Deutsches Haftungsdach (DHD). Seither gilt die Integration der verschiedenen Zukäufe als abgeschlossen. Firmenangaben zufolge betreut die Gruppe in Deutschland aktuell für mehr als zwei Millionen Kunden und 400 angeschlossene Partner ein Vermögen von rund 155 Milliarden Euro.

Weg soll fortgesetzt werden
Die künftigen Inhaber betonen, dass sie in das Geschäft der FNZ und der DHD weiter investieren und dieses ausbauen möchten. "Advent wird die FNZ Bank und das Deutsche Haftungsdach langfristig begleiten. Mit umfassender Expertise in den Bereichen Vermögensverwaltung, reguliertem Bankgeschäft und Technologie bringt Advent die Erfahrung, finanzielle Stärke und den langfristigen Investitionsansatz mit, um gezielt in ihre erfolgreiche Weiterentwicklung zu investieren", heißt es in der Mitteilung.

"Wir sind uns der besonderen Verantwortung bewusst, die mit dem Eigentum an einer Bank einhergeht. Unser Anspruch ist es, ein verlässlicher und langfristiger Eigentümer zu sein und die Kunden, Vertriebspartner, Mitarbeitenden sowie die Aufsichtsbehörden der FNZ Bank nachhaltig zu unterstützen", lässt sich Alfred Dersidan zitieren, Director von Advent. (jb)