Die Fondsdepot Bank ist nicht nur depotführende Stelle der Kunden zahlreicher Finanzberater, unter ihrem Haftungsdach wickeln auch Tausende Versicherungsvertreter ihr Investmentgeschäft ab. Geschäftsführer Sebastian Henrichs äußert sich im Interview mit FONDS professionell ONLINE zu den Trends in diesem Segment und zur Frage, wie es mit der geplanten Übernahme der Axa Bank weitergeht.


Herr Henrichs, seit 2016 dient die Fondsdepot Bank den Allianz-Vertretern als Haftungsdach für ihr Fondsgeschäft, im Jahr darauf folgte der Exklusivvertrieb der Ergo. Aktuell sind für Ihr Institut rund 8.600 Vermittler bei der Bafin registriert, fast 560 weniger als vor einem Jahr. Wie erklären Sie sich dieses Minus?

Sebastian Henrichs: Ausschließlichkeitsorganisationen setzen im Investmentgeschäft nicht nur auf die direkte Vermittlung von Publikumsfonds. Der Produktmix verschiebt sich zunehmend in Richtung Fondspolicen oder Vermögensverwaltungslösungen, für deren Vertrieb unser Haftungsdach nicht unbedingt notwendig ist.

Das heißt, die Zahl der Allianz- und Ergo-Vertreter unter Ihrem Haftungsdach wird weiter sinken?

Henrichs: Ja, ich rechne damit, dass dieser Trend anhält. Unser Ziel ist es, Vermittler im Haftungsdach zu haben, die ein wirklich aktives Investmentfondsgeschäft betreiben. Für sie lohnt es sich auch, die regelmäßig geforderten Qualifizierungsmaßnahmen zu durchlaufen. Für alle anderen bieten wir andere Lösungen an. Unser Anspruch ist, den Investmentfondsvertrieb so einfach wie gesetzlich möglich zu gestalten.

Ende vergangenen Jahres kündigte Ihre Muttergesellschaft DXC Technology Company den Kauf der Axa Bank in Deutschland an. Künftig wird also auch das Fondsgeschäft Hunderter Axa-Vertreter über Ihre Plattform laufen. Wie sieht der Zeitplan aus?

Henrichs: Unser Mutterkonzern wird die Axa Bank zum Jahresende übernehmen – die nötigen behördlichen Genehmigungen vorausgesetzt. Mitte des kommenden Jahres sollen die Axa Bank und unser Institut verschmolzen werden. Die technische Depotführung und weitere Dienstleistungen für die Axa-Vermittler werden wir aber schon ab dem 1. Januar übernehmen.

Wird Ihr Haus nur das Fondsgeschäft der Axa-Vermittler abwickeln und die Endkundendepots führen? Oder geht es um eine weitergehende Kooperation?

Henrichs: Die Zusammenarbeit reicht deutlich darüber hinaus: Die Fondsdepot Bank administriert künftig alle Investmentbestände der Axa. Wir sind dann beispielsweise auch Lagerstelle für alle Fonds, die in den Policen des Versicherers liegen.

Vielen Dank für das Gespräch. (bm)


Eine Analyse zur Zahl der vertraglich gebundenen Vermittler der größten deutschen Haftungsdächer lesen Sie in FONDS professionell 4/2020. Die Ausgabe erscheint am 30. November.