Der Maklerpool Fondsnet hat die Mehrheit am Frankfurter Softwareanbieter Financetec erworben. Damit stärkt der Erftstädter Finanzdienstleister seine IT-Kompetenz. Schon 2016 hatte Fondsnet seine IT-Sparte in eine eigene Firma namens Foo Financial Engineering ausgegliedert, um auch konzernfremde Kunden besser bedienen zu können.

Konkret übernahm Fondsnet laut einer Pressemeldung 65 Prozent der Financetec-Aktien aus dem Familienbesitz des im Mai 2020 verstorbenen Firmengründers Harald Dehn. Dieser hatte das Unternehmen 2006 gegründet und mit "Advisor Workstation", kurz Adworks, eine der ersten Softwarelösungen für Finanzberater und - vertriebe entwickelt.

Programme sollen verzahnt werden
"Durch die Übernahme ergeben sich keine Einschränkungen für Adworks-Kunden", betont Financetec-Vorstand Michael Müller. Adworks stehe auch weiterhin allen Partnern sowie Interessenten zur Verfügung. Gemeinsam mit den IT-Experten von Foo werde man das System nun künftig gemeinsam weiterentwickeln. Der wichtigste Kunde der Frankfurter Softwareschmiede war lange Zeit der Hamburger Maklerpool Netfonds. Dieser hatte sich vor einigen Jahren jedoch dafür entschieden, mit "Finfire" eine hauseigene IT-Plattform zu entwickeln.

Das Fondsnet-Portal "Evolution" und "Adworks" sollen über eine Schnittstelle verbunden und perspektivisch miteinander verzahnt werden. So sollen Kunden beider Programme von den Weiterentwicklungen profitieren.

Bruder des Firmengründers bleibt Ankeraktionär
"Financetec und Fondsnet sind schon seit Jahren über den persönlichen Kontakt und Austausch der Gründer und Geschäftsführer verbunden”, lässt sich Müller in der Pressemeldung zitieren. Fondsnet teile und lebe "unsere unternehmerischen Wertvorstellungen und eine ausgeprägte Dienstleistungsmentalität", so der Financetec-Vorstand.

Fondsnet-Geschäftsführer Georg Kornmayer attestiert Financetec eine "enorme Erfahrung in der Softwareentwicklung für Pools und Finanzanlagenvermittler". Außerdem zeichne sich das Unternehmen wie auch Fondsnet "durch eine außergewöhnliche Kontinuität bei den handelnden Personen" aus. Neben Müller bleibt auch Harald Dehns Bruder Markus, der die Softwareentwicklung verantwortet, Ankeraktionär des Unternehmens. (bm)