Franklin Templeton: Anleger sollten "anders über die USA nachdenken"
Franklin Templeton sieht Risiken für die Kapitalmärkte durch staatliche Eingriffe und empfiehlt, über Amerika hinaus zu schauen. Chancen bieten demnach Schwellenländer und Europa. Beim Neujahrsempfang des US-Hauses wurden auch die Produkt-Schwerpunkte für 2026 präsentiert.
Die US-Intervention in Venezuela und die Diskussion um Grönland sind "erste Menetekel" im neuen Jahr, die auf eine Verschiebung der Koordinaten für Anleger hindeuten, sagte Martin Lück, Chef-Kapitalmarktstratege für Deutschland und Österreich bei Franklin Templeton, auf dem Neujahrsempfang des amerikanischen Asset Managers am Mittwoch (14.1.) in Frankfurt.
Während das neue Jahr Chancen biete, nehmen nach Ansicht von Lück auch die Tail Risks zu – mit der Notwendigkeit für Investoren, sich breiter aufzustellen. Zu solchen Risiken gehörten etwa ein mögliches Platzen der KI-Blase oder eine Intervention der USA im Iran.
Dollar-Schwäche dürfte sich fortsetzen
Eine voraussichtliche Fortsetzung der Dollar-Schwäche, staatliche Eingriffe in die Eigentumsrechte in den USA und das wachsende Haushaltsdefizit dort machen es nach seinen Worten notwendig, "anders über die USA nachzudenken". Investoren sollten sich "genau anschauen", in welchem Währungsraum sie sich engagieren.
Lück verweist auf den globalen Investmentausblick von Franklin Templeton für 2026, der vor allem Chancen für Anleihen und Aktien aus Schwellenländern, europäische Aktien und US-Werte mit kleinerer Marktkapitalisierung sieht. Die USA blieben aber ein "Magnet für globale Kapitalströme", und die Fundamentaldaten der Unternehmen und Märkte seien "nach wie vor hervorragend".
Neue Produkte
Christian Machts, Länderchef Deutschland und Österreich bei Franklin Templeton, nannte die Ausweitung des Produktangebots als ein wichtiges Ziel seines Hauses im neuen Jahr. Er verwies auf die Auflage des ersten aktiven Aktien-ETFs von Franklin Templeton für europäische Anleger im vergangenen Herbst. Machts äußerte die Erwartung eines "positiven Swing" hin zu entsprechenden Produkten und stellte weitere in Aussicht.
Weitere Schwerpunkte für Franklin Templeton sind laut Machts die Verbreiterung des Zugangs zu Private Markets, vor allem Infrastruktur, sowie die Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Franklin Templeton werde sich frühzeitig auf dem Markt für Altersvorsorgedepots beteiligen, da der Markt in kurzer Zeit "verteilt" werden dürfte. (dv)




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