Die Auflage börsengehandelter Fonds (ETFs) zählt heute zum festen Repertoire eines Asset Managers. Dies sagte Franklin-Templeton-Chefin Jenny Johnson bei der Erstnotiz neuer ETFs des Hauses am Montag (1.6.) an der Börse Frankfurt. "Hier geht es nicht um eine Entscheidung zwischen aktivem Management und ETFs", sagte Johnson bei der Veranstaltung. "Es geht darum, die Stärken des aktiven Managements in Strukturen zu integrieren, die heute für Kunden funktionieren."

Börsengehandelte Fonds, die Elemente des aktiven Managements umfassen, erleben einen Boom. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt und legen neue Vehikel auf. In den USA hat sich dieser Bereich bereits fest etabliert. Beobachter billigen aktiven ETFs auch in Europa ein großes Potenzial zu. Denn für traditionelle aktive Manager stellen diese ein Sprungbrett dar, von dem aus sie am sagenhaften Wachstum der ETFs teilhaben können. Zugleich gelten sie als Antwort auf die günstige passive Konkurrenz und den Preiskampf der im Bereich der Indexfolger tobt.

"Teil unseres Erbes"
Noch verharrt das Segment in Europa allerdings in einer Nische. Lediglich drei Prozent des ETF-Volumens liegt aktuell in aktiven Strategien. Zwar nehmen die Mittelzuflüsse zu. Doch die Wachstumsrate der Produktneuauflagen ist mittlerweile höher als die Zuwachsrate des Nettomittelaufkommens. Sprich: Das Produktangebot wächst schneller als die Nachfrage. Traditionelle Fonds spielen, auch angesichts des auf dem Kontinent nach wie vor dominierenden Provisionsvertriebs, weiterhin eine wichtige Rolle.

So versucht auch die Franklin-Templeton-Chefin, einen Bogen zwischen herkömmlichen Publikumsfonds und ETFs zu schlagen. "Investmentfonds sind eine leistungsstarke Innovation und ein wichtiger Teil unseres Erbes", betonte Johnson auf dem Frankfurter Parkett. Johnson ist die Enkelin des Firmengründers Rupert Johnson. "Sie tragen zur Demokratisierung des Investierens bei und ermöglichen Privatpersonen den Zugang zu professionell verwalteten, diversifizierten Portfolios."

"Kunden dort abholen, wo sie stehen"
Gleichwohl müsse ihr Haus aber auch das große Ganze im Blick haben. "Unsere Aufgabe ist, die Kunden dort abzuholen, wo sie stehen – mit den richtigen Kompetenzen und den passenden Instrumenten für die besten Ergebnisse", erläuterte die Konzernchefin. So decke ihr Haus den gesamten Werkzeugkasten von Fonds und ETFs bis hin zu individuellen Mandaten ab und bespiele alle Anlageklassen von börsengehandelten Wertpapieren über Privatmärkte bis hin zu digitalen Vermögenswerten. "Innovation war schon immer ein zentraler Bestandteil unserer Identität."

Franklin Templeton hatte 2017 seine ersten ETFs auf den europäischen Markt gebracht. Den Auftakt machten damals Smart-Beta-Strategien, die Abweichungen zu gängigen Indizes aufweisen. Kurz darauf folgten auch aktive ETFs. Platzhirsch im europäischen Markt bei aktiven ETFs ist J.P. Morgan Asset Management. (ert)