Der französische Fondsanbieter La Française treibt seine Expansion im Ausland voran – unter anderem in Deutschland. Zu diesem Zweck hat der Pariser Asset Manager, der zur genossenschaftlichen Bankengruppe Crédit Mutuel Nord Europe gehört, Kay Scherf verpflichtet. Der frühere Wholesale-Chef von Axa Investment Managers Deutschland wird als Head of Sales den Vertrieb der Wertpapierfonds des Anbieters vorantreiben (FONDS professionell ONLINE berichtete).

La Française ist auf dem deutschen Retail-Markt bislang kaum bekannt, obwohl das Unternehmen auf seinem Heimatmarkt ein führender Anbieter im Geschäft mit unabhängigen Finanzberatern ist. Per Ende Mai verwalteten die Franzosen weltweit immerhin rund 65 Milliarden Euro, wie Geschäftsführer Patrick Rivière auf einem Pressegespräch in Frankfurt erläuterte. Gut 37 Milliarden Euro davon stammen aus Wertpapierfonds.

Rekordzuflüsse im vergangenen Jahr
Besonders schnell wachse seit einiger Zeit der Geschäftsbereich "Investment Solutions", in dem Experten mit Asset-Management- und Investmentbank-Know-how Derivatelösungen anbieten, so Rivière. Auch die 14,8 Milliarden Euro schwere Immobiliensparte verzeichne hohe Zuflüsse.

Allein im vergangenen Jahr vertrauten Anleger dem Anbieter unter dem Strich sechs Milliarden Euro an, so viel wie nie zuvor. Auch dieses Jahr läuft gut an: In den ersten fünf Monaten summierten sich die Nettozuflüsse auf 4,3 Milliarden Euro, berichtet Rivière.

"Es ist nicht möglich, überall in allen Segmenten zu wachsen"
Um die Abhängigkeit vom Heimatmarkt zu reduzieren, expandiert der Anbieter seit rund fünf Jahren in andere Länder. Im Wertpapierfondsgeschäft stammte im vergangenen Jahr schon fast die Hälfte der Zuflüsse aus dem Ausland, berichtet Philippe Lecomte, Chef von La Française International.

Mittlerweile ist die Crédit-Mutuel-Tochter mit Büros in Kanada, Südkorea, Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz vertreten. Auch den Nahen Osten hat der Anbieter ins Visier genommen. Je nach Zielmarkt konzentrieren sich die Franzosen auf Teile ihrer Produktpalette. "Es ist nicht möglich, überall in allen Segmenten zu wachsen", so Lecomte.

Deutschland steht schon für zehn Prozent des Auslandsgeschäfts
In Deutschland ist La Française bereits seit vier Jahren präsent, vor allem im Immobiliengeschäft. Die Wertpapierfonds des Anbieters wurden bislang durch die Vertriebsberatungsgesellschaft Accelerando Associates angeboten, bis mit Scherf ein eigener Länderchef engagiert wurde. Bislang stammen zehn Prozent des Vermögens ausländischer La-Française-Kunden aus Deutschland.

Scherf möchte bei seinen Vertriebspartnern in Deutschland zunächst mit einer fokussierten Produktpalette punkten. Hoffnungen setzt er unter anderem auf den 760 Millionen Euro schweren flexiblen Rentenfonds La Française Lux – Multistratégies Obligataire, der mit fünf Morningstar-Sternen zu den besten zehn Prozent seiner Vergleichsgruppe gehört. Auch mit Multi-Asset-Lösungen möchte Scherf aufwarten. Dank einer Vertriebspartnerschaft repräsentiert er zudem Fonds des US-Anbieters Alger, der sich auf amerikanische Growth-Titel spezialisiert hat. (bm)