In der Tarifauseinandersetzung für die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken ist auch die vierte Verhandlungsrunde ergebnislos zu Ende gegangen. In der Nacht auf Dienstag hatten die Arbeitgeber ein neues Angebot vorgelegt, das eine Lohnerhöhung um 4,1 Prozent vorsieht – in drei Stufen über 36 Monate. "Das ist kein Gehaltsangebot, das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Beschäftigten!", meinte Verdi-Verhandlungsführer Christoph Meister.

Konkret boten die Arbeitgeber 1,7 Prozent zum 1. August 2019, 1,2 Prozent zum 1. August 2020 und weitere 1,2 Prozent zum 1. August 2021 an. Dies würde bei den angebotenen 36 Monaten Laufzeit mit sechs Nullmonaten eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 1,16 Prozent bedeuten, rechnet Verdi vor – bei einer Inflationsrate von zuletzt zwei Prozent. "Das ist eine erneute Frechheit. Damit wird die Absicht der Arbeitgeber klar, die seit 2016 darauf abzielen, die tariflichen Vergütungen Jahr für Jahr zu entwerten", so Meister. Verdi fordert sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und zusätzliche freie Tage.

"Verdi die Hand gereicht"
Die Arbeitgeber sehen die Schuld für die geplatzten Verhandlungen bei Verdi. "Wir haben uns beim Gehalt deutlich bewegt und Verdi die Hand gereicht für eine umfassende Modernisierung unserer Tarifverträge – insbesondere zur Aus- und Weiterbildung und für ein neues Tarifentgeltsystem", sagte Deutsche-Bank-Vorstand Karl von Rohr, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber.

Gescheitert seien die Verhandlungen insbesondere, weil Verdi an der weit überzogenen Forderung nach mehreren bezahlten Gesundheits- und Entlastungstagen pro Jahr festgehalten habe – "ohne nachvollziehbare Begründung", wie es in einer Pressemitteilung der Arbeitgeber heißt. "Mit dieser Blockadehaltung wird Verdi der Verantwortung für unsere Branche nicht gerecht", meinte von Rohr. Die Arbeitgeber seien unverändert zu einem Abschluss bereit. Ein neuer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart. (bm)