Trotz der Coronakrise hat die Smartphone-Bank N26 weitere hundert Millionen US-Dollar an frischem Kapital eingesammelt. Insgesamt hat das junge Institut damit bislang 770 Millionen US-Dollar von Investoren bekommen. An der schon vor der Pandemie geplanten Erweiterung der laufenden Finanzierungsrunde haben sich alle großen Anteilseigner des Fintechs beteiligt, berichtet das "Handelsblatt" – darunter Insight Venture Partners, der Singapurer Staatsfonds GIC, der chinesische Internetriese Tencent und Valar Ventures, eines der Unternehmen des deutsch-amerikanischen Investors und Paypal-Mitgründers Peter Thiel.

Die Bewertung von N26 hat sich durch die Krise nicht verändert, sie liegt weiterhin stabil bei 3,5 Milliarden US-Dollar. "Das ist ein Zeichen dafür, dass wir sehr robust eingeschätzt werden", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den N26-Manager Georg Hauer. Das frische Geld will das Institut nach eigenen Angaben dazu nutzen, schneller neue Produkte für den Massenmarkt zu entwickeln und das Wachstum in den Kernmärkten Europa und USA voranzutreiben. Aktuell hat N26 eigener Zählung zufolge rund fünf Millionen Kunden in 25 Ländern. Als eines der nächsten Projekte ist für 2021 der Markteintritt in Brasilien geplant.

Hoffen auf den großen Digitalisierungsschub
Auch die Smartphone-Bank bleibt von der Corona-Pandemie allerdings nicht völlig verschont. Sie vereinnahmt Gebühren von Händlern, wenn ihre Kunden per Karte bezahlen. Verbraucher geben aber wegen der Coronakrise weniger Geld aus. N26 hat wegen dieser und der noch zu erwartenden Einbußen dem "Handelsblatt" zufolge bereits Anfang April fast zehn Prozent seiner Belegschaft – fast 150 Mitarbeiter – in Kurzarbeit geschickt.

Insgesamt zeigt sich die Bank allerdings optimistisch, als Gewinnerin aus der Pandemie hervorzugehen. "Digitales Banking hat in den vergangenen Wochen einen enormen Schub erfahren. Immer mehr Menschen verzichten auf Bargeld, bezahlen kontaktlos und nutzen digitale Angebote. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen", erklärt N26-Co-Gründer Valentin Stalf in einer Mitteilung des Unternehmens. (fp)