Mehr und mehr Fondsgesellschaften weltweit berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte. Immerhin 22 Prozent der Asset Manager setzen bei mindestes drei Vierteln ihrer Strategien auf Kriterien wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG). Ferner hat fast die Hälfte (45%) der Gesellschaften die ESG-Kriterien für Prozesse in der gesamten Organisation verpflichtend gemacht und nicht mehr nur für Spezialteams. Die deutschen Gesellschaften sind hierbei in vieler Hinsicht Vorreiter, wie aus dem aktuellen ESG Global Survey 2021 von BNP Paribas hervorgeht, für den weltweit 356 Vermögensverwalter befragt wurden. 

Allerdings fehlt in der Studie eine Diskussion, was unter ESG-Kriterien genau zu verstehen ist. Einige Gesellschaften stehen wegen sogenanntem "Greenwashings" in der Kritik. Ein Grund dafür ist, dass keine allgemeingültigen Definitionen existieren, was nachhaltige Investments sind. Die EU steht mit ihrer Taxonomie erst am Anfang einer solchen Klärung. 

Deutsche Vermögensverwalter haben grüne Nase vorn
Der Studie zufolge wächst der Anteil von sogenannten ESG-Strategien insbesondere bei in Deutschland ansässigen Asset Managern. Über die Hälfte, genauer 54 Prozent, der deutschen professionellen Investoren berücksichtigt in mindestens der Hälfte ihrer Anlagen ESG-Kriterien – weltweit machen das nur 33 Prozent, in Europa sind es 48 Prozent. 17 Prozent der deutschen Vermögensverwalter setzen sogar bei allen Produkten auf Nachhaltigkeit. Und: Der Studie zufolge soll sich der Anteil dieser Anbieter bis 2023 auf 30 Prozent erhöhen. 

Die Umfrage förderte ferner zutage, dass über ein Drittel der deutschen Investoren (37%) ihre Anlagestrategien bereits heute gänzlich am Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 ausrichten. Weltweit machen das nur 17 Prozent der Anbieter, in Europa 23 Prozent. In Deutschland sind ferner sogenannte grüne Anleihen (Green Bonds) beliebt: 70 Prozent der deutschen Investoren beziehen sie ihre Investmentstrategien mit ein – versus 43 Prozent weltweit und 49 Prozent in Europa. (jb)